20. April 2014

Homeward bound

Langsam nähert sich das Ende dieses Törns.

- Lang kamen mir diesmal die sechs Wochen vor, länger als gewöhnlich. 
Zum Einen lag es sicher daran dass die Reisen kurz waren, die Wartezeiten dafür um so länger, die Tage dadurch lang, die Nächte aber um so kürzer wurden.

- Zum Anderen wohl auch weil dieser Törn ja ein wenig anders ist als zuvor, denn meine Zeit an Bord ist in vier Tagen vorbei.

- Nein, ich „trauere“ der Zeit nicht nach, ja selbst Resumé ziehe ich nur wenig.
Warum auch?
Einen Schlussstrich ziehe ich keinen denn mein Leben summiert sich nicht nur weil ich meine Bedingungen selbst ändere.
Es geht ja einfach nur weiter, halt ein wenig anders als bisher.

- Natürlich werde ich manche Möglichkeiten vermissen...da ist die Möglichkeit mich um Schiff und Besatzung zu kümmern (obwohl es nicht das richtige Wort ist, denn ich "kümmerte" deswegen nicht). Mein einfacher Letifaden war immer: ist das Schiff sicher, ist das Leben der Besatzung sicher, und geht es der Besatzung gut, dann hat der Reeder Nutzen davon. Damit bin ich im wahrsten Sinne des Wortes "gut gefahren".
Und dann auch meine Freude an der einzigen Handarbeit die ich an Bord habe...das Schiff entspannt aber dennoch sicher an den Kai zu manövrieren.
Es ist ein gutes Gefühl 14.000 Tonnen sanft an den Kai anzulegen (eine Beule, ganz zu Anfang, habe ich allerdings zu Stande gebracht in den fünf Jahren).

- Was mich nie angefechtet hat unter den Jahren als Befehlshaber war die Macht auszunutzen die mir gegeben wenn das Schiff zur See ist. 
Und wirklich schwer war die Verantwortung nur einmal als ein Orkan zwölf Stunden lang wütete und ich mit meinen Entscheidungen ihm zu begegnen alleine war.
Das beste Zeugnis das ich von der Besatzung während dieser Nacht bekam: keiner hat sich unter meinem Kommando unsicher gefühlt.

- Jetzt wende ich mein Augenmerk, meine Konzentration einfach Neuem entgegen...weder mehr, noch weniger.

- Das Bild mit dem passenden Titel "Homeward bound", welches ich seit vielen Jahren für einen Beitrag gespart habe und jetzt vielleicht passt?
Jede/r wer mag kann es für sich selbst interpretieren.

- Ich selbst gehe mit der Haltung Mädchens...


- Und Du?
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15. April 2014

Auf dem Trocknen

Viel habe ich wieder gelesen die letzten Wochen…und sehr unterschiedlich waren diesmal die Themen.

- Und wie so oft nach vielen Wochen...es reicht erst ein Mal wieder. Zumal manches schwerverdaulich war für mich.

- Ob Energie, Klima oder Weltpolitik, ob Bienen oder tägliche Mails, ob Technisches oder Philosophisches, so haben die Themen die Hände gekreuzt, waren sehr diametral.

- Desillusion war mit dabei genau so wie Faszination über das Leben an sich...allein die Tatsche dass Bienen leer gegen den Wind oder Berg fliegen um beladen heimwärts den leichteren Weg zu haben wenn die Wahl gegeben ist...

- Nein, das ist nicht selbstverständlich!
Ich brauche nur an die Segler zu denken die ich beobachtet habe...weg vom Heimathafen mit dem Wind ...nur um hart am Wind nach Hause segeln.
Oft genug habe ich das unverständlich miterlebt. 
Und ich weiß, manche meiner Kollegen fordern diese Art von "ihrer" Besatzung...

- Mein Törn nähert sich langsam aber sicher auch diesmal dem Ende...lang ist er mir vorgekommen, viel Nachtarbeit und eine Woche auf der Werft haben ihn nicht gerade verkürzt.

- Noch zwei Tage im Trockendock, wo Tag und Nacht am Schiff gearbeitet wird vom Werftpersonal, noch zwei Tage mit all den technischen Problemen die da auftauchen, die das Leben an Bord so wie wir es kennen völlig auf den Kopf stellen, und endlich kehrt wieder langsam Ruhe ins Schiff.


- Neu geschminkt ist die "Astral" allerdings, und gut sieht sie aus...mein zu Hause unter zweieinhalb Jahren von fünf als ihr Kapitän...

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10. April 2014

Aus Anderer Sicht

Schon immer habe ich versucht, Dinge, oder besser gar, das Leben, nicht nur aus meiner Sicht zu sehen.

- Ich denke auch das ist mir (wie so vieles Andere) einfach mit in die Wiege gelegt worden.
Ein Ausdruck der so viel schöner ist als „genetisch bedingt“.
Allerdings gehen hier wie so oft die Meinungen der „Gelehrten“ auseinander wieviel eine gute Fee in die Wiege legt oder was Erziehung und Umwelt mit sich bringt.

- Egal, mir erscheint es einfach bereichernd eine andere Perspektive annehmen zu können.

- So habe ich versucht das Leben im "Torp" unter den damaligen Bedingungen zu "sehen" in dem ich das einfache Leben dort zu erleben versuche. Ich weiß aus einem kleinen Teil eigener Erfahrung wie schwer es gewesen sein muss und wie bequem und reich das Leben in meinem Teil der Welt heute ist im Vergleich dazu.

- So widme ich seit einem Jahr viel meiner Zeit um das Leben aus der Sicht der Bienen kennen zu lernen.

- So versuche ich auch die Geschehnisse im Konflikt zwischen den USA und Russland aus der jeweiligen Perspektive heraus zu verstehen.
In meinen ganzen Bemühungen darum bin ich mittlerweile so weit gekommen dass ich denke: es gibt leider in diesem Fall keine verschiedenen Perspektiven, es gibt nur eine: denn hinter welcher Weltanschauung auch immer, so stehen Menschen...und wir sind sehr gleich was vieles betrifft.
Da macht auch die dünne Schicht der Kultur und Moral wenig Unterschied.

- Wer Macht haben will geht über Leichen wenn es dienlich ist, wer Macht haben will manipuliert, lügt, nutzt aus, verrät, verkauft, verspottet, verheimlicht, verleumdet, verlächerlicht...verachtet und verblindet letztendlich vor dem Leben selbst.
Ob Ost oder West, ob Nord oder Süd oder die Mitte macht da keinen Unterschied, da herrscht die gleiche Perspektive.

- Aber es gibt auch eine andere Welt des Zusammenlebens deren Ziel aber nicht der Eigennutz des Individuums ist, sondern der Nutzen des Gesamten.
Kommt es der Gesamtheit zu Gute, so kommt es dem Individuum zu Gute...ein Satz der sich nicht unbedingt rumdrehen lässt...wie unser kapitalistisches System ja nur zu „gut“ zeigt.

- Wir als staatenbildende Wesen sind weit davon entfernt im Vergleich zu anderen Staatenwesen.
Für uns ist allerdings die Kunst des Staatsbaues auch noch recht jung verglichen mit den Immen zum Beispiel.
Wir müssen noch viel lernen um uns dieses überaus erfolgreiche Konzept uns zu eigen machen und dazu gehört für mich auch die Bereitschaft...


- das Leben aus der Perspektive „anderer“ zumindest sehen zu wollen.

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