22. September 2008

Der seidene Faden

An dem hängt sie nämlich manchmal, die Geduld!

- Es gibt nur die Geduld, keine Pluralform, man kann  sie lernen, üben, sich in ihr fassen, sie kann platzen, man kann sie bewahren wie einen Schatz,  und wie geschrieben, der Faden an der sie aufgehangen ist kann reißen. Und damit ist es vorbei mit dem Seelenfrieden. Denn mit der Seele ist sie eng verknüpft durch genau diesen Faden.

- In allen großen Religionen spielt sie eine Rolle und wird als eine sehr positive menschliche Eigenschaft bewertet.

- Außer mit der Seele, so ist sie wohl auch mit der Zeit verwoben, denn Stress dehnt diesen Faden, lässt ihn dünner werden. Manchmal bis zur Grenze und er reißt. 

- Zum Üben habe ich zum Glück viele Möglichkeiten.

- Eine Übung besteht im geduldig Warten können wenn ich auf „Svenserum“ ankomme und das Haus ist kalt. Da hilft Alles nichts, es dauert seine Zeit bis es warm wird.

- Oder so wie jetzt. Meine Heimreise ist über 24 Stunden verzögert, die Last war erst nicht fertig, dann wurde sehr langsam geladen und zu allem Überfluss ist im nächsten Hafen wo ich an Land gehen werde auch noch Stau angesagt und wir müssen vor Anker liegen. Dabei sehe ich den Kai.

- Typisch Seefahrt, so nah und doch so fern. 

- Liegen wir zu lange, dann habe ich in Schweden keinen Anschluss mehr - aber ich denke oft: „damals kam ich sogar von Peking mit dem Zug nach Hause, dann komme ich auch von Helsingfors nach Svenserum.“

- Auch dieser Törn hat irgendwann ein Ende.

- „Tangram“, ein kreatives Solitärspiel um Geduld zu üben darf auf „Svenserum“ natürlich nicht fehlen.


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