9. Februar 2009

High fidelity

Wir leben in einer selbstgeschaffenen, überlauten Welt heutzutage. Ja, es scheint mir sogar, dass viele Menschen es schwer haben, Stille überhaupt zu ertragen. Musik im oder Handy am Ohr ist ein alltäglicher Anblick, vollständig unbewusst darüber, welchem Stress sie sich dadurch freiwillig aussetzen.

- Mehr oder weniger ständig sind wir von unnatürlichen Lauten umgeben. Unsere Städte ertrinken in einer maschinellen Geräuschflut, unsere Häuser sind voll von elektrischen Geräten die brummen und summen. Nur weil man nicht mehr hinhört so verschwindet die Geräuschkulisse nicht, wirkt stattdessen unterschwellig.

- Bei vielen läuft die Unterhaltungsindustrie unaufhörlich, das Handy klingelt überall im öffentlichen Raum, Musik wird uns aufgedrängt in Kaufhäusern, Fahrstühlen oder im Flughafen. Maschinen fahren um und fliegen über uns.

- Von meinem Dasein in der Hinsicht an Bord will ich lieber ganz ruhig sein. Und als ob es nicht laut genug ist auf diesem Arbeitsplatz, so laufen überall Fernseher, selbst wenn niemand schaut, Musik, selbst wenn niemand zuhört.

- Unsere Welt ist selten wirklich leise, von der Stille...ganz zu schweigen!

- Schon von daher ist es jedes Mal Balsam für meine Seele, wenn ich nach sechs Wochen zur See erst einmal für ein paar Tage im Wald verschwinden kann. Meine Ohren sind im wahrsten Sinne des Wortes „berauscht“ von der Stille die hier herrscht und das legt sich erst wenn ich ein paar Stunden der Leisestärke gelauscht habe.

- Es fehlt zwar auch hier nicht an Geräuschen, aber deren Pegel ist tief und die Quelle natürlich. Das Rauschen vom Wald ist beruhigend, das Knacken vom Feuer schenkt dem Menschen in mir altbekannte Sicherheit deren Wurzeln bis zurück in die Steinzeit reichen, das Singen der Vögel ja selbst die Axtschläge die durch den Wald hallen unterstreichen die Stille nur.

- Leise ist es, wenn ein leichter Sommerregen rauschend zu hören ist.

- Die Stille aber herrscht, wenn man den Schnee fallen hört.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Kaptain - Du Schöngeist,

ich möchte mich bedanken für Deine herzerfrischenden Beiträge hier auf Deiner Seite.

Du weißt, dass ich gerne und vorallem immer wieder reinschaue - es ist so schön Deine Sichtweise!

Ja, mit der Stille ist es so eine Sache, ich denke, dass viele Menschen sie nicht ertragen können, keine widersinnigen Reize, keine dahergebrachte Ablenkung - nur Jetzt und Hier.
Es ist schlichtweg frustrierend für viele mit sich selbst auskommen zu müssen - denke ich.

Heute hat es bei uns den ganzen Vormittag geschneit, leise und stetig, es war wundervoll! 2 Stunden war ich im Garten, habe alle Futterstellen für die Vöglein, Nager und marderartigen Gesellen (Frettchen, Iltisse und Marder) neu aufgefüllt.

Unsere Schafe und Mutter Ziege haben sich über eine halbe Stunde im Schnee auch richtig gefreut, dann frisches Heu, Wasser und der warme Stall - die Zickleine waren ganz aufgeregt, dass sie nicht auch raus durften.

Die Teiche sind seit 6 Wochen an mehreren Stellen erstmals wieder offen, die Fische kamen hoch, die Orfen, die Shebunkis und die Goldfische - sie kennen ihre Menschen Gang! Sie sind ganz schön mager geworden.

Alles Liebe und Gute für Dich,
wir sitzen jetzt am Kamin, ein guter Tropfen und gute Gespräche.

Bis dann Fränzi

Kap Horn hat gesagt…

Hej Fränzi!

Danke, und Du weisst, dass Du willkommen bist.
Kuemmere Dich auch weiterhin um unsere Welt!

Kap Horn