4. Januar 2010

Einfach genial

Ja, so heißt es, denn von „kompliziert auf geniale Weise“ habe ich noch nie gehört.

- Es gibt ein paar Ideen, von denen ich der Meinung bin, sie können nicht verkehrt sein.
Außer der des Sparsamseins, so kann auch der Versuch nicht verkehrt sein, mein Leben im größtmöglichen Maße einfach zu gestalten. 
Das mag sich simple anhören, ist es aber nicht, denn es bedarf einiger Energie und Gedankenwerksamheit. 


- Genau so wie nur ein einfacher Gedanke leicht nachzuvollziehen erscheint, so ist es doch nicht einfach ihn zu fassen sondern bedarf eines klaren, abgeschälten Denkens.
Als Beispiel: eine ganz klare, einfache Formel hat unser gesamtes physikalisches Denken verändert: E=mc2    
Dass dahinter eine ganze Welt an Gedanken steht, zeigt wie schwer es ist, etwas einfach auszudrücken. 


- Oder die Erfindung des Fahrrades, das einfache Fortbewegungsmittel hat die menschliche Bewegungsfreiheit revolutioniert und tut es noch immer!
(es sei denn, man gerät wie ich in Indien in einen Fahrradstau, dann ist es auch mit der Bewegungsfreiheit vorbei!) 


- Ein schwedisches Sprichwort sagt: „Dunkelt sagt är dunkelt tänkt.“ Oder „Das dunkel Gesagte ist das dunkel Gedachte.“ Und vielleicht ist ja auch „dunkel und Dünkel“ miteinander verwand? 


- Rein praktisch so übe ich daran, in dem ich meine Dinge mehr und mehr verringere.
Oft überlege ich es mir dreimal, ob ich etwas Neues kaufen soll und fast genau so oft stellt sich heraus, dass ich es nicht wirklich brauche.
Ganz langsam werden die Sachen weniger (außer den Büchern, die werden noch immer ständig mehr) und das Ausmisten ist ein ständiger Prozess, denn noch immer fallen mir Sachen in die Hände die ich bei genauerem Überlegen überflüssig finde. 


- Nun ist es ja so, es reicht sesshaft zu sein, und schon vermehren sich die Sachen wie von alleine. Aber mit etwas Willen, so kann ich dem auch Grenzen setzen. Welche Dinge es wirklich zum Leben nach meinem Geschmack bedarf, das lerne ich hier oben im Wald. 


- Warum ich das für mich als richtig empfinde ist ganz einfach:
Dinge brauchen Platz, also bekomme ich Bewegungsraum.
Dinge kosten Geld, also bekomme ich größere finanzielle Möglichkeiten.
Dinge wollen gepflegt werden, also bekomme ich mehr freie Zeit
Wozu ich mehr freie Zeit brauche?...nun, zum Nichtstun, denn da kann ich garantiert nichts oder nur wenig verkehrt machen! 


- Komplizierte Gedanken machen meine Welt undurchsichtiger, einfache hingegen leichter überschaubar. 


- Und eine Quintessenz der menschlichen Philosophie und auch Religionen, also die Lebenskünste die sich mit dem Geist beschäftigen sagen im Grunde alle das Gleiche und sind sich zumindest in dem Punkt einig.


- Einfaches Sein zu lernen ist vielleicht ein Lebenszweck an sich...dann kann das Leben zum Kinderspiel werden!


***

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lieber Kap Horn, du sprichst mir aus der Seele. Mit ähnlichen Gedanken beschäftige ich mich auch gerade.
Lese deine Zeilen sehr gerne.
Grüße aus dem verschneiten Sauerland ins Land der Elche.

Sima

Kap Horn hat gesagt…

Viele Gruesse zurueck, Sima.

Ja, ich denke zumindest, das Einfache kann nicht verkehrt sein.

Kap Horn