20. Februar 2011

Navigare necesse est…

Vivre non est necesse.

- Naja, dass das Navigieren oder Segeln notwendig ist, da halte ich mit. Aber auch zu leben ist notwendig, da bin ich nicht einer Meinung mit Pompejus!


- Mittlerweile habe ich ungefähr komplette 8 Jahre meines Lebens zur See verbracht, Wasser statt Erde unter den Füssen, eine Welt die selten still ist sondern immer bewegt,  ob durch Maschinen- oder Wellenkraft.

- Natürlich hinterlässt dieser Lebensstil seine Spuren wie alles oft Wiederkehrende im Leben seine Spuren und Falten hinterlässt.
So bin ich es gewohnt, Vertäuungen gehen zu lassen und „ins Blaue“ zu segeln, und so habe ich auch gelernt einen sicheren Hafen oder Ankerplatz zu schätzen.

- Auch wenn meine Arbeit viele Routinen beinhaltet und ich die meisten Stunden in einem schwimmenden Bureau sitze ( oder knie da der Seegang das Sitzen unmöglich macht) so ist doch kein Tag wie der andere. Zum einen sorgt der ständige Szenenwechsel dafür, zum anderen so ist das Meer oder die See nie gleich.
Jede Welle ist einzigartig!
Und keine festen Arbeitszeiten tun das Ihrige dazu.

- Viele meiner Kollegen, vor allen denen die zur Hochseefahrt gehören, haben den Boden unter den Füssen verloren, etwas dass ich nur zu gut verstehen kann. Auch ich habe zweimal sechs Monate Weltmeere zu schmecken bekommen und 10.000 Meter Wasser unter dem Kiel gespürt. Ich bin auf  der langen Dünung mitten im Stillen Ozean geritten und ja, es ist ein Erlebnis der besonderen Art.
Ich kann verstehen dass es zur Droge werden kann die einen nur schwer wieder loslässt.

- Umso wichtiger ist es einen Platz zu haben, an dem ich Wurzeln verspüre, und zwar nicht nur Wurzeln mit einem geliebten Menschen, sondern auch Wurzel mit der Natur an sich.
Wenn schon ein Garten so ein Platz ist um Wurzeln zu schlagen...wie viel mehr nicht ein Platz der umgeben von Bäumen eingebettet in der Natur liegt?
  
- Ja, auch dieser „Lebensstil“ hat schon seine Spuren bei mir hinterlassen und Erfahrungen gebracht die ich ohne diese Lichtung mit dem kleinen roten Haus nie gemacht hätte.
Selbst wenn nicht alle nur „angenehm“ waren bisher,  missen will ich sie nicht!
So wird zum Beispiel ein krummes Fingerglied das ich mir an diesem Platz eingehandelt habe mich täglich für den Rest meines Lebens an dieses Haus erinnern, auch wenn ich schon morgen nicht mehr der Besitzer und Verwalter sein sollte!

- „Navigare nescesse est“ damit ich sicher durch den Ärmelkanal komme und in ein paar Tagen auch sagen kann:


- „Vivre nescesse est!“ wenn ich als erstes Zeichen dass das Haus noch steht den Schornstein vom letzten Stück des Weges aus zu meinem sicheren Ankerplatz sehen werde.

***

Kommentare:

Lussekatt hat gesagt…

Hej Kap Horn!
Ich werd ja schon seekrank, wenn ich Deinen Bericht nur lese :-)
Genieß den Wald und die Ruhe in Deinem Torp - der Frühling ist auf dem Weg, wenn man Aftonbladet Glauben schenken kann!
Lieben Gruß aus Närke von
//Lussekatt

Kap Horn hat gesagt…

Hej Lussekatt

Danke, und auch wenn ich dem "Abendblatt" keinen Glauben schenke, so ist der Fruehling ganz sicher unterwegs...in Suedengland ist er schon vorbeigekommen!
Ich bring ihn einfach mit! ;-)

maroni hat gesagt…

, QUIA VIVERE NECESSE EST.«

Nach 3 Wochen Intensivstation mit 3 "Übergängen in die Jenseitige Welt", (DaRMVERSCHLUSS +LUNGENENTZÜNDUNG >OP> Krankenhauskeim> neuerliche Lungenentzündung mit maschineller Beatmung hat sich Renate doch gegen aller Prognosen und freien Willens entschieden, dass "vivere necesse est."..und es geht wieder bergauf!;)
Achterbahn is nix dagegen.

Jetzt hoffen wir, dass sie bald in "ihr Svenserum" = ihr Wintergartendomizil daheim zurückkehren und den Frühling genießen kann...Schneeglöckchen blühen ja schon !
Auch dir einen frühlingshaften Empfang in deinem "Domizil auf ebener ? Erde"
Maroni

Kap Horn hat gesagt…

Hej Maroni

Danke...und da machen sich manche Menschen tatsächlich "ernsthafte" Gedanken welche Schuhe oder Kalmotten zueinander passen!?

Ja, der Sinn des Lebens ist nicht leicht zu erkennen, aber es ist leicht zu sehen, welcher er nicht ist.

Ich wuensche Renate dass sie ihr "Schneeglöckchenzimmer" wieder erleben kann...und dann ein Tulpenzimmer daraus wird und fuer sie die Osterglocken läuten...

Manfred