4. September 2011

Perspektive

Komplex ist unsere Welt geworden. Der Unterschied wird mir immer erst recht bewusst, wenn ich ein paar Tage die Einfachheit des kleinen Waldhofes erleben kann.

- Und je komplexer unsere Welt wird, desto anfälliger für Störungen. Ein Stromabbruch macht das sicher jedem nur zu deutlich.
Gleichzeitig so kostet diese Komplexität, je grösser, desto mehr. Aber nicht nur die Kosten steigen, sondern auch die Kraftanstrengungen um das System zu begreifen bis es irgendwann so unüberschaubar geworden ist, dass selbst die Menschen am Ruder den Überblick verlieren und es ihnen aus der Hand läuft.
Spätestens dann knackt das System in seinen Fugen.
Und genau das tut es.
Die bisher angewendete Strategie: ”Mehr!”...und sei es auf Pump.
Mehr Kredite, mehr Konsum, mehr Verbrauch nach dem Motto: das ging ja bisher recht gut.
Doch die Zeit ist meiner Meinung nach vorbei...und die Zeichen der Zeit zeigen es mir immer mehr.

- Hier versuchen Regierungen und Banken mit Vollgas den Berg hinaufzufahren ohne zu wissen wie es hinter der Kuppe aussieht oder ob überhaupt noch ein Weg da ist.
Ich denke spätestens auf der Höhe (und dort haben wir uns vor ein paar Jahre befunden so wie ich es sehe) werden wir feststellen dass es Zeit ist einen neuen Weg einzuschlagen. Ein Weg der „Weniger“ heißen wird. Die Kurve wird allerdings mit Vollgas kaum zu bemeistern sein.

- Ganze Länder und deren Bewohner haben ihre Zukunft verpfändet um heute schon das „Glück von morgen“ kaufen zu können. Man hat sogar darum gebeten und bei den Banken förmlich Schlange gestanden. Freiwillig!
Selbst der teuflischste Plan die Menschheit zu versklaven hätte es nicht besser fertig gebracht, und ich frage mich immer wieder: liegt vielleicht sogar solch ein Plan dahinter?

”I am a most unhappy man. I have unwittingly ruined my country. A great industrial nation is controlled by ist system of credit. Our system of credit is concentrated. The growth of the nation, therefore, and all our activities are in the hands of a few men. We have come to be one of the worst ruled, one oft he most completely controlled and dominated governments in the civilized wolrd. No longer a government by free opinion, no longer a government by conviction and the vote oft the majority, but a government by the opinion and duress of a small group of dominant men.“*
USA´s ehemaliger Präsident Woodroe Wilson als die privatbesessene Zentralbank Federal Reserve Bank, kurz FED, 1913 gegruendet wurde.

- Aber jetzt schlägt der Plan nach hinten aus, denn weltweit ist das ökonomische System am ächzen.
Im Westen vielleicht weil das System am sterben ist, im Osten und Afrika vielleicht weil ein neues System geboren wird.
Und keiner kann mir erzählen die wirklich Reichen hätten das nicht schon längst begriffen.
Aber wehe es würde einer von ihnen das verlauten lassen. Damit würde er zum Paria in dieser Gesellschaft werden.

- Nein, ein „Weltuntergangsprofet“ bin ich keiner, es sei denn der Weltuntergang bestünde darin dass man sich nicht direkt den neuen Fernseher kaufen oder dieses Jahr nicht in Urlaub nach Thailand fahren kann. Aber wenn darin der Weltuntergang besteht, dann sagt das ja schon alles über die Einstellung und auch Unhaltbarkeit unserer Wertanschauungen aus.

- Aber ändern wird sich einiges und dazu gehört auch, dass unsere Welt wieder etwas unkomplizierter wird. Dazu gehören dann auch so mache Dienstleistungen wie „Eventmacher, Nagelskulptöre, Derivatmäkler, Hundefrisör oder der persönliche Coach die ihren Dienst im wahrsten Sinne des Wortes getan und ausgedient haben.
Es werden so „einfache“ Arbeiten wie Bauer, Holzfäller und Seemann, aber auch wie Dieb, Prostitution und Bettler wieder mehr gefragt sein.
Doch das wird nicht von heute auf morgen geschehen und die Welt wird auch nicht untergehen.

- Ein „ewig richtiger Spruch: Wer verschuldet ist, ist unfrei.
Der wird allerdings auch dann noch seine Gültigkeit besitzen und die Frage ist nur: wie wollen wir in diese neue Zeit die anbricht eingehen?
Als Sklaven oder als freie Menschen?
Meine Wahl ist schon lange getroffen!

Gold is the money of kings
silver is the money of gentlemen
barter is the money of peasants
but debt is the money of slaves.
Norm Franz

-  Aus der Krise wird eine neue "Weltanschauung" entstehen, davon bin ich überzeugt, selbst wenn die Welt vorher auf dem Kopf stehen sollte.


- Ich habe den Eindruck sie tut es sowieso schon seit längerem...aber das ist wohl nur eine Frage der Perspektive.

***


*
Ich bin ein höchst unglücklicher Mann. Ich habe ungewollt mein Land ruiniert. Eine große Industrienation wird von einem Kreditsystem kontrolliert. Unser Kreditsystem ist konzentriert worden. Der Zuwachs der Nation und alle unsere anderen Aktivitäten befinden sich in den Händen einiger, weniger Männer. Wir sind eine Regierung die weder von der freien Meinung, noch eine Regierung die aus Überzeugung und der Wahl der Mehrheit geleitet wird, sondern statt dessen eine Regierung welche von der Auffassung und dem Zwang einer kleinen Gruppe von dominanten Männern bestimmt wird.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo ich melde mich mal wieder zu Wort und zwar mit einer Geschichte, die ich einmal hörte.
Ein Großstädter bittet einen Indianer ihn inder Stadt zu besuchen. Sie gehen beide durch die lauten Straßen der Großstadt und plötzlich bleibt der Indianer stehen und sagt:"Hörst du es, es zirpt eine Grille." "Unmöglich, ich höre nur den Lärm, den die vielen Autos machen", sagt der Städter. Der Indianer geht auf die Seite und an einer Hecke findet er besagte Grille.
Der Städter ist beeindruckt. "Ihr Naturmenschen habt eben ein besseres Gehör" "Das glaube ich nicht", meinte der Indianer, "und ich werde es dir beweisen." Er nahm ein kleine Münze in die Hand und ließ sie einfach auf den Bürgersteig fallen. Mehrere Menschen drehten sich um nach dem Geräusch. "Siehst du", sagte der Indianer, "euer Gehör ist ebenso gut wie das unsere. Man hört auf das, was einem wichtig ist!"

Ich glaube, damit ist alles gesagt;-))

Kap Horn hat gesagt…

Hej

Danke fuer die Geschichte!

Ja, und man sieht auch nur was man sehen "will".
Und wer viel Negatives sieht sollte sich ernsthafte Gedanken ueber sich machen.

Aus dem gleichen Grunde sollte man vorsichtig mit seinen wirklichen Wuenschen sein, denn sie können leicht eintreffen.
;-)

Kap Horn

Evelin hat gesagt…

Hallo, Kap Horn! Ich habe das Glück in Lund zu wohnen. hier gibt es sicher auch viele Leute die immer das neueste haben wollen. Aber hier steht man auch vor dem SecondHand-Geschäft schlange. Man kan hier gekleidet gehen wie man will ohne aufzufallen. Viele die ich kenne haben keinen Fernsehen und viele auch kein Auto. Also ich glaube ich bin am richtigen Platz.

Viele Grüsse
Evelin

Kap Horn hat gesagt…

Hej Evelin

Schön dass Du das Gefuehl hast am richtigen Platz zu sein!
Und genau so gut zu lesen, dass der Geist der "Regia Academia Carolina" ein freier zu sein scheint.
Als ich vor 20 Jahren eine kurze Zeit auf der Uni in Linköping war, so hat es mich, um ehrlich zu sein, sehr enttäuscht wie angepasst die Studenten dort waren.

Gruesse an Lund

Kap Horn

Anonym hat gesagt…

Du sprichst meine Gedanken aus. Wenn ich mich noch vor einem Jahr irgendwo so geäußert habe, wurde ich angeguckt, als ob ich "nicht mehr ganz dicht" wäre. Mittlerweile kapieren es aber immer mehr Menschen...

Alles Gute noch für die Zukunft!

Kap Horn hat gesagt…

Hej

Die Tatsachen sprechen ja jetzt auch immer deutlicher dass dem so ist...

Aber es ist halt nicht leicht eingefahrene Wegspuren zu verlassen...und oft unbequem dazu.

Und ob mich jemand "schief anguckt weil ich nicht ganz dicht erscheine", damit kann ich leicht leben! ;-)