10. November 2011

Ziellosigkeit


Ständig heißt es: man soll ein Ziel vor Augen haben, zielstrebig auf etwas hin arbeiten, Zukunftspläne schmieden.

- Und dann stelle ich für mich selbst fest: ich habe keine, nicht wirklich. Im Grunde bin ich schon immer mit einer Art von Ziellosigkeit unterwegs gewesen.
Natürlich wollte ich mein Kapitänspatent machen als ich einmal angefangen hatte, aber zur See gehen war auch nur eine Möglichkeit die einfach auftauchte auf meinem Weg.

- Ich hatte nie vor auszuwandern, und dann hat es mein Leben so gewollt und es passte.
Ja, meine Frau und ich haben lange für ein Haus gespart und waren sieben Jahre ohne Auto, aber es liegt in meiner „Natur“, sparsam zu sein...auch ohne Hauspläne. Und dann kam das Haus ohne zu suchen, denn ein Bekannter machte uns darauf aufmerksam.

- So hat es Jahre gedauert bis, wie mein Freund noch immer sagt, mein Karma „Svenserum“ für mich bereithielt.

- Oder als erst im Flieger nach Chile die Entscheidung getroffen wurde: von Santiago ob es erst nach Norden oder Süden in diesem langen Land gehen sollte. Ich habe im Grunde noch nie mein Tun und meine Zeit weit im Voraus geplant...oder soll ich sagen „verplant“?

- Und so ist es noch immer. Ich habe Tagträume für „Svenserum“ und auch Aufgaben die ich sehe und Ideen die ich verwirklichen möchte. Aber solange sie nicht notwendig sind, beispielweise das Dach zu dichten weil es reinregnet, so werden sie getan wenn die Zeit dazu gekommen ist...oder auch nicht.

- Manche/r wird denken, das sei ja eine faule Art, andere werden es nicht verstehen wie man so in den Tag leben kann.
Aber ich habe schon immer „Ziele“ als hinderlich empfunden. Sie lenken ab von Anderem, es ist wie Scheuklappen anzuziehen und ich dann links und rechts vom Weg nichts mehr sehen kann. Wo bleibt denn dann die Spannung die im „Unvorhergesehenen“ liegt? Nicht erst auf der Zielgeraden bleibt sie auf der Strecke.

- Aber auch wenn ich vielleicht ziellos durch Leben gehe, so gehe ich nicht ganz planlos.
Was mein Plan sei fragst Du?
Mir mein Leben so einfach zu gestalten wie es geht weil darin für mich Freiheit liegt...und dafür bin ich bereit zu arbeiten und auch Mühen auf mich zu nehmen.
"Wo das denn hinführe" ist eine Frage welche der Zielstrebige sich nicht verkneifen kann.

- Wie wäre es mit: „Er hat einfach gelebt, und dann ist er...ganz einfach gestorben!“


- Spätestens dort treffen sich sowieso die beiden Wege des Zielendem und dem Ziellosem...

„Ein wirklicher Reisender hat keine fertigen Pläne und nicht als Ziel, anzukommen“
Lao Tzu

***

Kommentare:

Evelin Stetter hat gesagt…

Hallå! Låter bra. Hade önskat jag hade samma inställning. Det är besvärligt att vara "trygghetsnarkoman".

Bästa hälsningar
Evelin i Lund

Kap Horn hat gesagt…

Hej Evelin

Det gör väl inget, det finns inget "rätt eller fel". Bara man trivs med det, så är det väl helt i sin ordning.
Tycker du det är besvärligt, så försök att ändra det...eller din inställing...
:-)

Hälsningar från Luleå till Lund.