20. Dezember 2011

Übermächtig


Mittlerweile muss ich den Kopf weit in den Nacken legen wenn ich auf dem Weg am Haus stehe um die Baumkronen der Kiefern am Wegesrand zu sehen.

- Die fünf Sommer sind auch an den Bäumen nicht spurlos vorbeigegangen. Sie sind um gut und gerne eineinhalb Meter gewachsen und ihr Stammumfang hat zugenommen. Da ich bisher nur Tannen gefällt habe, so hat wohl das Auslichten das Seinige dazugetan.

- Da ich mir ja oft die Zeit nehme um einfach nur dazusitzen und zu schauen, so sehe ich den Unterschied und obwohl die Bäume schon damals groß waren, so haben sie an Respekt zugenommen.
Da stehen ein paar Kiefern auf der anderen Seite des Weges auf dem Land das dem Bauern gehört. Selbst wenn er mir freie Hand lässt und ich fällen darf was immer ich möchte, so sind diese Bäume mir im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf gewachsen. Fällt einer verkehrt, so liegt auch „Svenserum“ in Trümmern.

-Von diesen Lebewesen geht wirklich Macht aus und manchmal bin ich ein wenig beunruhigt über ihre gefährliche Nähe.
Aber die wirklichen Stürme kommen von Südwest und damit fallen sie nicht in Richtung Haus. Außerdem sind sie nicht direkt dem Wind ausgesetzt sondern stehen von ihm geschützt durch andere Bäumen.

- Jetzt habe ich etliche Tannen schon niedergelegt aber ich habe den Eindruck sie wachsen schneller als ich sie in Schach halten kann, verdunkeln die Morgensonne, beschatten das Haus schon gegen den frühen Nachmittag. Vom Winter wo sie nicht über die Baumwipfel kommt erst gar nicht zu reden.

- Manchmal erscheint es mir wie eine kaum zu bewältigende Aufgabe die Lichtung zu bewahren obwohl der Weg eine markante Grenze ausmacht.
So ist wohl die Kiefer hinter dem Erdkeller langsam zu groß geworden und fällt wohl bald der Motorsäge zum Opfer.
Und gegen Südosten wächst eine Wand von Tannen heran die keinen Sonnenstrahl durchlassen und auch da kann ich nicht mehr lange warten, sonst werden auch sie mir übermächtig.

- Dank solchen Nachbarn verliere ich nicht so schnell die rechten "Grössenverhältnisse" im Leben.  


- Dabei kann ich ja wohl noch von Glück reden dass ich nicht solche Bäume als Nachbarn habe.
Obwohl...

***

Kommentare:

maroni hat gesagt…

hej kap Horn
einfache Lösung deines Tannenproblems.Jetzt wäre vielleicht ein Deal mit dem Christkind noch eine Option. Vielleicht liefert es dir sie dann nach Weihnachten abgeräumt als Brennholz wieder zurück? Himmlisches Recycling sozusagen. ;)

Kap Horn hat gesagt…

Hej Maroni

gute Idee, mir wuerde es ja schon reichen wenn sie entastet da liegen wuerden wo sie keinem im Wege sind.
Um das Schneiden, Spalten und Stapeln kuemmere ich mich dann selbst!
Himmlisch wäre es ja!

Naja, so lange es nur die Bäume sind die mir ueber den Kopf wachsen geht´s ja noch...

Kap Horn

Anonym hat gesagt…

Hej Kap Horn!
Ich hätte auch gerne Bäume als Nachbarn, die ich umschneiden kann, wenn es zu dunkel wird.
Doch mir nimmt mittlerweile ein Abschirmvorhang das Licht, und den brauche ich gegen HF-Strahlung. Das ist heutzutage der Preis dafür als empfindlicher Mensch in der Zivilisation zu leben. Wie oft stelle ich mir vor eine Elfe auf Deiner Lichtung zu sein .. ..
Schönen Winter noch, und alles Gute für das nächste Jahr!
Fjäril

Kap Horn hat gesagt…

Hej Fjäril

oder "Sommervogel" wie die Norweger sagen.

Ja, Strahlung ist hier oben auf der Lichtung gering. Sie liegt, da sonst kaum jemand hier in der Nähe wohnt, auch im Senderschatten fuer Mobiltelefon. In der Kueche am Ofen kommt zu wenig fuer Empfang an.
Und ein Freund hat mal mit einem Geigerzähler die Radonstrahlung (die ist hier und da nämlich durch wegen dem Urberg stark)gemessen. Das gleiche Resultat.

Ich weiss nicht ob es nur Einbildung ist, aber hier herrscht eine andere Art von Ruhe.
Auch der Strom im Haus ist ja Gleichstrom. Damit flacken die Lampen nicht sondern brennen "ruhig". Selbst wenn auch nicht sichtbar fuer uns, so gehen die Lampen bei den 230 V 50 Hertz Wechselstrom ja tatsächlich 50 mal pro Sekunde an und aus.

Dir auch einen schönen Winter und viel Glueck im kommenden Jahr.

Kap Horn