14. Januar 2012

Wer steckt im Dreck?


Während für mich „Svenserum“ einer Oase gleichkommt, so müsste das Häuschen auf der Lichtung laut der Meinung von leider recht vielen, im „Dreck stecken“!

- Manchmal traue ich meinen Augen nicht beim Lesen von Nachrichten.
So findet die Mehrheit der New Yorker Bevölkerung Bäume in der Stadt als lästig, störend, verschmutzend und sogar beängstigend. Die Blätter machen die Straßen gefährlich und das Fazit: weg mit den Bäumen.

- So weit ist es also gekommen mit den Menschen im „big apple“. Sie empfinden Natur als lästig und unerwünscht, zumindest vor der eigenen Haustür.
Für mich sind es gerade solche Nachrichten, die mich an dem „gesunden“ Menschenverstand zweifeln lassen und gleichzeitig wundert es mich nicht, warum unsere Welt so aussieht wie sie es tut.

- „Städter“ der zweiten und dritten Generation haben wie es aussieht so vollständig den Kontakt zur Natur verloren, es scheint noch nicht einmal mehr in ihrem Bewusstsein die Tatsche verankert zu sein dass ihr Essen auf dem Lande produziert wird, dass die Natur überlebenswichtig für uns alle ist und schon aus diesem Grunde  überall schützenwert.

- Wenn man Bäume nicht mehr mag, weil sie „Unannehmlichkeiten“ verursachen, dann sind wir auf einer schieferen Ebene als ich es bisher glaubte.
Wenn man Bäume nicht mehr als Gesellschaft mag, dann ist man schon in schlechtere Gesellschaft geraten als man es selbst begreift.

- Wenn wir der Gesellschaft der Bäume den Rücken wenden, dann stecken wir bald nicht nur bis über beide Ohren im eignen Dreck, sondern versinken darin und die Frage ist dann:

 „Wer steckt denn hier wirklich im Dreck?“

- Seit langem haben wir Menschen schon ein paar Worte für eine baumlose Landschaft.
Eines ist „Steppe“...


„Wüste“ ein anderes.

***

Kommentare:

maroni hat gesagt…

Servus Kap Horn,
nicht nur die Städter 3.Generation haben keinen Bezug mehr zu Bäumen. Ich beobachte diese Tendenz auch bei geborenen Land-Bauernkindern , die in ihre neuerbauten "Seilbahnstationen" mit (sauteuer)gestyltem Garten einziehen.Ganze altgewachsene Streuobstwiesen mit manchen Obstbaum-Raritäten müssen einfallslosen Zierhecken oder japanischen Mode-Gärten weichen. Als Alibi im hintersten Eck gibt es dann ein Beerenbeet, in dem auf 2m² 6 verschiedene Sträucher ihr "Bonsai-Dasein" fristen dürfen.
Sirup wächst es ja im Tetrapack!

Und doch gibt es zum Glück auch die andere Seite der Junghausbauer, die wieder zu naturnah, Gemüseanbau,Selbstversorger so weit es geht,tendiert.Merkwürdigerweise sind das eher Menschen mit "bauernferner" Herkunft.
Moderne Bauern "kalkulieren" und da wirft der Salatkopf aus dem eigenen Garten nun mal keinen Profit ab...die anderen "rechnen",so wie ich, dass die restlichen Zuckerhutsalatköpfe, die noch immer frisch im Hochbeet stehen noch bis Ende Jänner reichen.Außer es wird jetzt wirklich ernst mit dem Frost und Winter, dann muss ich sie eben reinholen.
LG maroni

Kap Horn hat gesagt…

Hej Maroni

Ja, es gibt noch immer "Nachwuchs" und solche die an Stelle zu kalkulieren, einfach "rechnen".

Wenn ich die Qualität des eigenhändig Geerntetem mit den Angeboten in Schweden vergleiche die natuerlich gewachsen sind vergleiche, dann geht die Rechnung sogar auf!

Ein Kilo Bio-Lauch kostet mittlerweile in Schweden ca. sechs Euronen...da hat sich meine Ernte im Herbst schon mehr als bezahlt gemacht!

Von der Freude am Gärtnern ganz zu schweigen!

Kap Horn