13. März 2012

Polylemma


Es ist nicht immer einfach...oder: wie man es macht, so ist es verkehrt.

Die Meisten kennen wohl folgende Erzählung:
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Seltsamer Spazierritt

Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und läßt seinen Buben zu Fuß nebenher laufen. Kommt ein Wanderer und sagt: "Das ist nicht recht, Vater, dass Ihr reitet und lasst Euern Sohn laufen; Ihr habt stärkere Glieder." Da stieg der Vater vom Esel herab und ließ den Sohn reiten. Kommt wieder ein Wandersmann und sagt: "Das ist nicht recht, Bursche, dass du reitest und lässest Deinen Vater zu Fuß gehen. Du hast jüngere Beine." Da saßen beide auf und ritten eine Strecke. Kommt ein dritter Wandersmann und sagt: "Was ist das für ein Unverstand, zwei Kerle auf einem schwachen Tiere? Sollte man nicht einen Stock nehmen und Euch beide hinabjagen?" Da stiegen beide ab und gingen selbdritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn und in der Mitte der Esel. Kommt ein vierter Wandersmann und sagt: "Ihr seid drei kuriose Gesellen. Ist's nicht genug, wenn zwei zu Fuß gehen? Geht's nicht leichter, wenn einer von Euch reitet?" Da band der Vater dem Esel die vordern Beine zusammen, und der Sohn band ihm die hintern Beine zusammen, zogen einen starken Baumpfahl durch, der an der Straße stand, und trugen den Esel auf der Achsel heim.

So weit kann's kommen, wenn man es allen Leuten will recht machen.

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- So ähnlich ist es mit der Energieversorgung heute.
Egal ob Sonne oder Wind, Wasser oder Kohle, Öl oder Gas, Holz oder Kernenergie so gibt es immer Fürsprecher und Wiedersacher. Doch leider, ein Eingriff in die Natur ist immer mit im Spiel.

- Schon alleine dadurch dass ich auf „Svenserum“ mein eigener Energieversorger bin ist es ein Thema das immer irgendwie gegenwärtig für mich und zumindest was Sonne, Wind, Holz und Gas betrifft, so habe ich eigene Erfahrungen gesammelt und weiß zumindest um die Vor- und Nachteile was die Energieversorgung für einen kleinen Haushalt betrifft.

- Ohne einen „berechenbaren“ Energieträger, in meinem Falle Holz, so wäre es unmöglich das Haus zu bewohnen denn die Sonnenenergie reicht nicht aus so wie sie jetzt aufgebaut ist um täglich zu kochen, ganz geschweige das Haus warm zu halten im Winter.
Dabei liegt vielleicht das größte Problem nicht an der Sonnenenergie an sich, sondern beispielsweise die Energie des Sommers für den Winter zu speichern. Aber selbst dann müsste ich wohl die Lichtung mit Paneelen zupflastern.

- Das Windrad bringt zu wenig. Abgesehen vom Standort hat es sich gezeigt, dass die Information es würde schon bei 2 m/s Wind Strom fließen nicht ganz richtig war.
Allerdings habe ich auch beobachten können wie viel Energie tatsächlich im Wind steckt, denn mit jedem Meter pro Sekunde den der Wind zunimmt, so verdoppelte sich der Energieinhalt.
Aber auch hier ist es das gleiche Problem die Energie zu sparen wie mit den Sonnenpanelen.

- Gas? Es wäre auch ohne möglich, aber im Sommer den Ofen anzuheizen um einen Kaffe zu kochen ist ja dann doch verschwenderisch, mühsam, recht zeitaufwendig und von daher schränkt es dann meiner Meinung nach die Lebensqualität zu sehr ein. Es ist schon eine bequeme Energiequelle und wenn ich es nur zum kochen verwende, so reicht eine 13 kg Flasche über Jahre.

- Holz ist und bleibt für mich „lebenswichtig“, ist die zuverlässige Energie. Ich kann den Holzstapel abschätzen und ob er über den Winter reicht, weiß selbst zwei Jahre im Voraus wie viel ich habe. Es ist also kalkulierbar.

Also, mit den vier Energieträgern die mir zu zugänglich sind geht es tatsächlich ohne zu große Einschränkungen das Haus zu bewohnen.

- Schade nur dass hier kein Bach fließt denke ich oft. Ein Damm und schon könnte ich mit einer Pumpe immer wieder füllen und  zumindest einen Teil der überschüssigen Energie in dieser „Batterie“ speichern.
Tagträume, ich weiß, aber Tagträumereien haben auch ihren festen Platz auf der Lichtung im Wald!

- Zurück zur Wirklichkeit und dem Polylemma.
Meine Wirklichkeit: sparen wo es nur geht ohne die Lebensqualität zu sehr zu beeinträchtigen, verschiedene Energieformen die sich ergänzen wobei die Entwicklungsrichtung „umweltneutral“ den Kurs bestimmt.
Also bin ich seit einem Monat Bezieher von Windkraft und habe mich außerdem am Bau eines neuen Kraftwerkes (via einem ökonomischen Verein) beteiligt das voraussichtlich Ende des Jahres fertig gestellt sein wird und meinen gesamten Energiebedarf in der Stadt zu ungefähr fünfundachtzig Prozent deckt.

- Es ist noch ein weiter Weg was die Haltbarkeit unseres Lebensstils betrifft und leider so hat das Profitdenken, das selbst über Leichen geht, noch immer das Sagen. Profitdenken an sich kritisiere ich nicht wohlgemerkt, aber ein gutes Geschäft ist eines von dem alle profitieren, an dem alle gewinnen.
Und wer es noch nicht eingesehen hat: die Erde muss an diesem Profitdenken mit beteiligt sein und Gewinn ist schon lange nicht mehr nur schnödes Geld!

-  Über eines sind sich allerdings die allermeisten Kritiker und Fürsprecher einig: die Energie heute ist zu teuer, mehr wollen alle haben, zu sparen und sich einzuschränken ist kaum jemand bereit.


- Mit anderen Worten: nichts Neues unter der Sonne dem Wind!

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Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Energie sparen? Gut und schön!

Gleichzeitig machten wir die Erfahrung, dass unser Stromverbrauch nicht dem Durchschnitt entspricht. So wurden wir denn letztes Jahr "gestraft", bekamen einen neuen Zähler und wurden kontrolliert ob wir denn abgezapft hätten.....

Wasser - das gleiche Thema! Auch da liegt unser Verbrauch weit hinter dem Durchschnitt zurück. Nun sind wir ganz gespannt, wann auch dieser Zähler gewechselt wird ;-)

Eigentlich ist es egal was der Bürger tut - falsch ist es immer! Schade drum, könnte man doch ohne Mühe und Verzicht soooo viele Resourcen sparen. Wirklich gewünscht, obwohl in aller Munde, ist es nicht....

LG auch F nach S

Tika u. Familie

Anonym hat gesagt…

Sorry, gemeint war:

LG aus F nach S


Ups, frau sollte erst korrigieren und dann senden.......

Kap Horn hat gesagt…

Bonjour Tika!

Deine Gruesse kamen auch mit "auch" richtig an, Danke.

Nein, gewuenscht ist es nicht denn "Weniger statt Mehr" ist eine aktive Wahl und setzt ein gewisses Mass an Selbstbestimmung voraus.
Erwuenscht ist es schon zwei mal nicht, denn das passt den Kapitalisten ueberhaupt nicht in den Kram denn der will ja die "Konsumgesellschaft".

Sparen ist nicht gewuenscht, denn das setzt ein gewisses Mass an Verzicht voraus, und der will bekanntlich geuebt sein.

Noch haben viele Menschen in der westlichen Welt die Möglichkeit es freiwillig zu tun...aber wie lange noch?

LG aus NL (Rotterdam) nach F bald unterwegs nach NO!

KH

:-)