24. April 2013

„Luftsonnenerdwärmehybridkollektor“

Welch eine Wortkreation! Ist die deutsche Sprache nicht phantastisch?

- Ob auch meine Weiterentwicklung des nächsten Sonnenfängerprojektes genau so phantastisch ist bin ich mir noch nicht so sicher.

- Hier mein Plan:
Dort wo mein 150 Watt Panel leider Beine bekommen hat, so ist ja schon  Ersatz da den zu einem großen Teil und ohne viel Gedöns die Versicherung bezahlt hat.
Und da mein erster Hybrid für das Gästezimmer meine Ahnung bestätigt hat und nicht so effektiv ist wie ich zuerst dachte, so benutze ich die Photovoltaikpanele als Kollektoren statt des Fliegennetzes und werde sie also hinter einer Polyakrylatscheibe einbauen.

- Soweit ganz gut. Aber ein Aber ist natürlich wie immer dabei.
Im Sommer kann dann die Luft ins Haus wärmer werden als erwünscht wenn die Außentemperaturen hoch sind und Abdecken geht halt nicht wegen der Stromproduktion.
Also habe ich mich mal schlau gemacht wie es denn wäre wenn ich die Luft zum Kollektor durch ein in die Erde vergrabenes Rohr leite?

- Die Technik ist im Grunde schon alt, selbst die Perser wussten das schon, aber gute Information wie es denn heute damit steht fand ich kaum.
Es gibt wenig Erfahrungen und Werte auf die ich zurückgreifen kann außer dass man an Keimbildung denken muss da ja warme Luft im Sommer ihre Feuchtigkeit in einem kühleren Rohr verliert.
Also müssen die Rohre schon einmal bergab liegen und die Möglichkeit des Säuberns sowohl wie einen extra Einlass direkt vor dem Kollektor sollte auch da sein damit ich bei gewissen Bedingungen die Luft nicht durch das Rohr leiten muss.

- Bergab ist sowieso schon gegeben denn dort ist das Grundstück abschüssig, also kein Problem.
Und es gibt fertige Lösungen um Abwasserrohre durchspülen zu können.
Filter gegen Insekten und Pollen muss natürlich auch sein. Dann "nur" noch die ca sechs Meter Rohr einen halben Meter tief in die Erde graben...
Die rein praktische Seite habe ich also schon klar.

- Was ich mir davon verspreche?
Im Sommer wird die Luft im Rohr durch das Erdreich gekühlt, im Winter sind bei einem halben Meter Tiefe „nur“ so um die Null statt wie es immer wieder sein kann gar fünfzehn oder zwanzig Grad kalt.
Wie viel die Luft sich erwärmt?
Tja, das ist echt „Neuland“, denn ich habe trotz stundenlangem Suchen nicht viel gefunden.

- Am ergiebigsten war noch eine schwedische Examensarbeit wo ich ein paar Werte fand.
Das Projekt war allerdings ein wenig grösser als ich bereit bin zu bauen.
Der Gewinn beim Kühlen im Sommer ist höher als der Wärmegewinn im Winter und wenn es wirklich funktioniert, dann erwärmt sich die Luft bevor sie in den Kollektor strömt um drei Grad.
Das läge in einer Größenordnung von hundert Watt mit dem Volumen dass ich plane.
Ist zwar nicht viel, aber in einem Haus dass gar keine Heizung hat ist jeder Beitrag willkommen.
Das Ergebnis ist natürlich abhängig von der Rohrlänge, dem Luftvolumen, der Erdtemperatur und Bodenbeschaffenheit.

- Ich sehe allerdings noch einen anderen Vorteil, denn wenn die Luft im Sommer kühler wird, dann liefern die Paneele mehr Strom und ich kann dann selbst nachts kühle Luft ins Haus blasen.

- Und genau da habe ich noch nicht fertig gedacht...vielleicht kommt der Einlass ins obere Geschoss wo es im Sommer recht warm werden kann.
Im Winter weiß ich aus Erfahrung: ziehe ich dem Haus eine „warme Mütze“ an, dann bleibt die Wärme mehr im Untergeschoss.
Mal sehen wie das wird.


- Eines steht fest: ich habe so viel zu tun, im Grunde ist gar keine Zeit um zu arbeiten...


***

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo,

such mal im Internet nach einem Sole-Erdwärmetauscher. Das System ist ähnlich, es wird ein Solerohr, z.B. 1 Zoll im Boden gelegt. Die Sole nimmt Temperatur an und durch einen Wärmetauscher an die Luft abgegeben. Problem ist, dass dafür eine Pumpe benötigt wird, die die Sole umwälzt. Klarer Vorteil ist, dass es "nur" im Wärmetauscher kondensieren kann, und nicht im Rohr was im Boden liegt.

Grüße

Kap Horn hat gesagt…

Hej

Auf den Sole-Erdwärmetauscher bin ich auch gestossen als ich Information gesammelt habe.
Aber wie Du selbst schreibst, so heisst es nicht nur eine Pumpe zu zu betreiben sondern auch noch einen Wärmetauscher zu installieren.
Das ist mir dann direkt alles zu aufwendig und sobald Fluessigkeiten mit ins Spiel kommen ist auch immer der Gefahr von Undichtigkeiten und den damit folgenden Problemen gegeben.
Die eventuelle Kondens im Rohr lasse ich einfach am tiefsten Ende durch ein paar Löcher in den Boden sickern und mit einem Seil mit in die Rohre verlegt kann ich auch mal einen Lappen durchziehen zum reinigen.

Gruss

Kap Horn