28. März 2014

Mal wieder Neues aus der Schmiedewerkstatt

Langsam nähert sich wieder die Zeit in der alle möglichen Arbeiten durchführbar sind, damit also auch die Zeit für einen neuen Besuch in der Schmiedewerkstatt.


- Und da ich ja bald wieder an Land bin, überlege ich wie so oft, was ich denn diesmal in Angriff nehmen will, muss oder möchte.

Oder was in den Hintergrund gerückt ist.

- So ist der Ofen in der Veranda, dank meinem Hybrid-Sonnenfänger und dem Ecofan, bei weitem nicht mehr so vorrangig - falls überhaupt.
Durch die gute Luftbewegung wird die Wärme des Küchenofens nämlich auch in die Veranda gedrückt und damit wurde sie wärmer als je zuvor.
Da bringen also diese beiden Ventilatoren eine Geld- und Arbeitsersparnis mit sich und „verdoppeln“ den Gewinn.
Das zweite Erdrohr für den Hybriden kommt dann noch vor dem Herbst an seinen Platz. Dazu reichte nämlich vergangenes Jahr die Zeit nicht mehr.

- Dann ist es natürlich mein Bienenprojekt das diesen Sommer meine Aufmerksamkeit voll in Anspruch nehmen wird. Kein Zweifel daran.

- Holz habe ich noch immer mehr als genug und eventuelle Baumfällaktionen müssen kommenden Herbst/Winter nicht sein...es sei denn wegen des Lichtes. Allerdings sollte all das Holz welches draußen aufgestapelt liegt unter Dach.

- Ein paar Malerarbeiten sollte ich eigentlich klar kriegen. Die Fenster müssen nicht nur geputzt, sondern auch, genau wie die Tür, einen neuen Anstrich bekommen, der Erdkeller gekalkt werden und die Scheune wollte ich gerne noch ein Mal mit „Falu“ Rot behandeln.

- Dieses Jahr habe ich vor endlich wieder einmal Schwarzwurzeln zu ziehen und da ich genügend Zeit habe, wird die Beetfläche etwas vergrößert.
Aber nicht nur Schwarzwurzeln, sondern auch wieder Lauch und Kartoffeln werden angebaut. Außerdem möchte ich mehr bienenfreundliche Gewächse pflanzen.
Ob ich es diesmal schaffe die beiden Apfelbäume ein wenig in Fasson zu bringen?

- Dann kommen wie immer die „normalen“ Sommerarbeiten wie die Wiese mähen, hier und da mit der Schere putzen, mich ein wenig um den Weg kümmern, dazu. Ich ziehe die Anschaffung einer Motorsense in Betracht um die freigewordene Waldfläche weiterhin freizuhalten bzw nur Birken wachsen zu lassen.
Es sind ja doch viele hundert Quadratmeter und mit reiner Handarbeit für eine Person kaum zu bewältigen.
Und natürlich „the never ending story“: der ständig (ach so leicht) anwachsenden Unordnung Paroli zu bieten.

- Wie immer, so habe ich also wenn mir danach ist, die Hände voll zu tun und ich werde sicher nicht meine bisherige Arbeit zur See vermissen.
Im Gegenteil, dadurch dass ich kein regelmäßiges Einkommen mehr habe so ist es erst recht ein willkommener Ansporn den Anteil meiner Selbstversorgung zu erweitern.

- Und genau so wie immer wird wohl manches erledigt, und anderes wird auf die lange Bank geschoben!


- Vielleicht wird es ja immerhin so eine ähnliche Bank wie diese die ich auch noch gerne dieses Jahr schreinern möchte?

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M ng lh ft

Endlich mal eine Erleichterung durch einen Gesetzesvorschlag. Meist ist es ja anders herum!

- Die Regierung hat vor ein neues Gesetz zu erlassen: man soll ohne Baugenehmigung ein ”Haus” von 25 m2 aufstellen können ( es sollte aber dann 4 m von der Grundstücksgrenze liegen und auch die Höhe ist begrenzt)

- Na prima, damit ist ja eine Vereinfachung geschaffen und so etwas ist ja ganz in meinem Sinne.

- Und gar nicht lange, so bot eine Firma auch ein „fertiges“ Modell an, mit Dusche inklusive Toilette, und eine kleine Pentry. Alles was „nur“ noch fehlt ist der Grund, Strom, Wasser, Abfluss, Fundament.
Als ich ihr, natürlich architektgezeichnetes, oder wie man sagt "Designhaus" sah, dachte ich nur: wer das kauft, hat zum einen keinerlei Ahnung vom Hausbau und wird preis- und qualitätsmäßig direkt zweimal übers Ohr gehauen.

- Der Preis liegt bei ca 55.000 €, und das ohne Holzdeck vor der Tür, (schon das ist Wucher) und die Haltbarkeit dürfte bei 10 Jahren liegen. 
Man kann für ein fünftel des Preises einen Bausatz kaufen inklusive Pentry usw bei einer sehr bekannte schwedischen Einrichtungsfirma, ein wenig selbst Hand anlegen und schon stehen die 25 m2 unter Dach und Fach!

- Wer sich das „architekgezeichnete“ Häuschen genauer anschaut sieht: kein Dachvorsprung, auch nicht an den Giebeln.
Da läuft das Regen und Schmelzwasser direkt an den Wänden hinunter (oder gar hinein) und es ist nur eine Frage der Zeit wann sie anfangen zu schimmeln.
Unter dem Holzdach liegt zwar Dachpappe, aber wie lange dauert es bis man das Dach ersetzen muss?
Grosse Fenster sind zwar schön, aber wo stellt man da denn ein Möbel hin?
Dieses „Haus?“ möchte ich noch nicht geschenkt bekommen, denn man würde mir nur Arbeit schenken!

- „Svenserum“ dürfte einen Marktwert von ca 50.000 € haben und dafür bekommt man:
ein funktionierendes Haus von 68 m2 das seit 130 Jahren Wind und Wetter ausgehalten hat. Dazu noch 5000 m2 Grund und Boden, eigene Wasser- und Energieversorgung, Sauna  mit Duschraum und ein Gästezimmer von 12 m2, Stall und Erdkeller.

- Dem Architekt will ich nur sagen: „Setzen...mangelhaft!“


- Auch der Hersteller sollte für dieses „Holzzelt“ wegen Wuchers "sitzen"...und zwar in Mangel-Haft!

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25. März 2014

Spannung

Oder „besser“: genau die verschwand...und von "simple living" weit und breit keine Spur.

- Eben lief noch alles wie geplant, selbst die erwarteten Sturmböen blieben aus, sondern wir hatten einen frischen, achterlichen Wind, der Bunkerverbrauch wurde weniger, ja er sank sogar auf Null!
Denn plötzlich, so ”starb” die Maschine.

- Da segelten wir also in aller Ruhe in der südlichen Ostsee mit Kurs Göteborg via dem Öresund, eine Brandübung lief prima, die Passage durch den Sund, diesmal mit knapp einem Meter Wasser unter dem Kiel (das ist sogar recht viel, ich hatte auch schon weniger als einen halben Meter) sollte gegen 19 Uhr sein, also recht „zivile“ Zeit.
Und dann gingen die beinahe zwanzig verschiedenen Alarmsignale auf der Brücke los denn der Strom verschwand im ganzen Schiff.

- Zum Glück hatten wir Wasser überall und keine anderen Schiffe in unmittelbarer Nähe denn ohne Strom kein Ruder und damit lag das Schiff in einem Steuerbordgir.
Dann „starb“ wie gesagt die Maschine und das Schiff, beladen mit 10200 m3 Ethanol, war nur noch ein schwimmendes Stahlungetüm.

- Ohne Strom geht nämlich rein gar nichts an Bord. Der Notstromgenerator übernahm zwar nach ein paar Minuten die Versorgung für die allerwichtigsten Instrumente und das Notlicht, aber mehr als so war es dann auch nicht.



- Gut nur dass der nordwestliche Wind uns von der nahen Küste wegtrieb, also keine Gefahr für Schiff und Mannschaft und von daher war ja alles schon mal nur halb so wild.


- Vier Stunden später war dann der Fehler gefunden und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Allerdings haben wir nur die Notfallbeleuchtung, keine funktionierende Toilette, keine Wärme, und die Nacht ist im Eimer denn es wird wohl drei Uhr bis ich die Passage durch das schwer zu navigierende Gewässer hinter mir habe.
Aber immerhin haben wir eine! funktionierende Kaffeemaschine.
Könnte also schlimmer sein.

- Wenn ich daran denke wenn das vier Stunden später geschehen wäre (oder schlimmer, in einer Stunde nochmals geschieht wenn wir unterwegs in der schmalen Rinne bei Kopenhagen sind)...nein, lieber nicht denn dann sprössen sicher noch ein paar mehr graue Haare auf meinem Schopf.

- Ich will ja nicht unbedingt die letzten vier Wochen an Bord Schlagzeilen in den Zeitungen machen.


- Aber davon abgesehen, wäre ja auch zu schade um das Schiff...

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22. März 2014

πάντα ῥεῖ

oder „panta rhei“, sprich „alles fließt“.

- Als ich das Torp kaufte war das Brunnenwasser in der Objektbeschreibung des Maklers als unbrauchbar bezeichnet worden. Allerdings stand auch in einer Klausel dass ich die Wasserrechte für den Brunnen habe da er nicht mehr auf dem Grundstück liegt.
Das gleiche gilt auch für das Benutzungsrecht des privaten Weges.




- Und das war nicht gelogen. 
Der Brunnen war von Tannen umstanden, das Wasser war braun, roch schlecht und war selbst zum waschen nicht geeignet.







- Die Ursache war meiner Meinung nach schlicht und einfach das kein Fluss, also kein Wasserverbrauch vorhanden war. 

- Nun, erstmal gab es anderes zu tun, sprich die Energieversorgung zu verbessern, ein paar Beete der Wiese abzugewinnen, dem Stall einen Boden zu geben und auch zu malen, Holz für den kommenden Winter zu fällen, sägen und spalten.
Außerdem war ja die Quelle mit reinem Wasser nur 100 Meter weit weg, schön eingefasst in einen Betonring.

- Aber auch den Brunnen wollte ich natürlich wieder benutzen können, denn die Wasserträgerrei gab lange Arme und da der Brunnen ja schon mal da war...

- Erst hieß es die Tannen zu fällen um dem Platz Licht und Luft zu schaffen. Dann wurde der Holzdeckel gegen einen Betondeckel ausgetauscht, eine Schwengelpumpe kam in Dienst und nach ein paar völligen Entleerungen so war das Wasser klar und brauchbar.

- Was allerdings nach wie vor noch fehlte war der Umsatz. Der stieg zwar vergangenes Jahr durch den solaren Warmwasserbereiter aber nach sechs Wochen zur See wurde die Qualität trotzdem nicht so wie ich es mir wünschte.

- Als „alter Aquarianer“ war mir dann irgendwann klar: wenn schon wenig Umsatz, dann zumindest Sauerstoff um eine positive Mikrobenwelt in dem Brunnen zu schaffen.

- Jetzt läuft also, zwar nur bei genügend Sonne, eine kleine Pumpe und das hat die Wasserqualität merkbar verbessert.
Der Geruch ist weg, die Farbe, natürlich wegen dem Humus im Wald, noch immer ein wenig bräunlich wenn der Verbrauch gering ist und als Gebrauchswasser jetzt jederzeit zur Hand!

- Und da ich ja bald keine sechs Wochen mehr stillstehendes Wasser im Brunnen habe weil er regelmäßig im Fluss bleibt, so kann ich es sicher zumindest zum Kochen benutzen.
Wenn nicht gar als Trinkwasser!

- Ich sollte, oder noch diffuser ausgedrückt, solllte wollen mir daran das Beispiel nehmen: es ist lebens-wesentlich selbst im Fluss zu bleiben, denn...

video

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18. März 2014

Wer hat "den Grössten"?

Während die westliche Welt ihre Augen auf die Krim-Halbinsel gerichtet hält, passieren ganz andere Dinge von wesentlich grösser Tragweite.

- Das strategische Machtspiel ist mal wieder am aufblühen, die Kräftemessung "Wer hat den Grössten“ im leider bitter-wirklichen Sandkastenschachspiel unserer unreifen Machthaber zeigt, dass sich im Grunde noch immer nichts geändert hat seit tausenden von Jahren. Auch die Einsender bei Zeitungen hinterlassen den gleichen Eindruck bei mir.

- Noch immer unterliegen wir Menschen im Grunde einfachen, instinktiven Mechanismen und zeigen damit dass wir der Verantwortung für die Erde, deren „Krönung der Schöpfung“ wir so gerne sein möchten, nicht gewachsen sind.

- Die Verantwortung müssen wir übernehmen, ob wir wollen oder nicht, denn wir sind es die die Erde spürbar verändern.
Und nicht nur spürbar, sondern auch messbar.

- So zeigt der CO2Gehalt der Atmosphäre seit über 400.000 Jahren einen markanten Anstieg die letzten paar hundert Jahre, ausgelöst durch menschliche Aktivität.

- Auf der gleichen Seite fand ich dann auch die Bestätigung dass meine Vermutung richtig sein muss: tatsächlich so fängt der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre an zu sinken.
Noch ist das völlig "nebensächlich" und nicht „alarmierend“, aber...

- Die Krise auf der Krim ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel verglichen mit dem was da auf uns zukommt!


- Und dennoch werde ich auf der Lichtung weiter Lebewesen mit Wurzeln pflanzen...jetzt erst recht!

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16. März 2014

Vorfreude & -frühling

Seit vier Tagen bin ich an Bord für meinen letzten Törn und die Entscheidung an Land zu bleiben fuehlt sich genau richtig an.

- Der Februar war vom Wetter her leider alles andere als hell und sonnig aber da ich viel in meiner Werkstatt  war um die letzten Dinge an den Bienenbeuten fertig zu stellen leicht auszuhalten.
Und da das Material, Holz und Bienenwachs, mir sehr zusagt so hat es mir viel Freude bereitet dort zu werkeln.
Noch immer habe ich den süsslich-aromatischen Geruch des Bienenwachses in der Nase der mir beim Vorbereiten der Oberträger ins Gesicht stieg.

- Die Sonnenfänger auf Svenserum machten einen spürbaren Unterscheid zu den Jahren ohne, die Temperaturen im Haus lagen bei Ankunft statt bei zwei schon bei sieben Grad und da reichte selbst nur der Küchenofen aus um es behaglich warm zu bekommen.
Ein paar Tage „Aufräumungsarbeit“ taten mir und der Lichtung gut (wie immer im Frühling so brachte ich auch diesmal „die Kacke zum dampfen“ und damit ist mein Plumpsklo erst ein Mal wieder leer) und der Kohlehaufen fuer mein „terra preta“ Projekt wächst langsam (das Feuer später mit Erde überdeckt machte eine Art Meiler aus dem Ganzen und rauchte selbst drei Tage später noch ganz leicht als ich ihn öffnete).

In der Stadt verteilte ich den Kompost des vergangenen Jahres und schichtete den neugesammelten um.
Auch das einen Monat früher als gewohnt.
Und wie immer, so bekam ich das Gefühl von Reichtum als ich einen halben Kubikmeter bester Erde, entstanden aus Pflanzenresten und Haushaltsabfällen, im Garten verstreute.

- Dieses Jahr wird es zum ersten Mal seit langen Jahren möglich sein, dem wachsen und Gedeihen den ganzen Sommer über bis hin zur Ernte ohne einen sechswöchigen Abbruch mit zu erleben.
Es war nicht leicht vergangenes Jahr sechs Wochen hiervon Abschied zu nehmen und zu wissen: wenn ich wiederkomme, ist der Sommer vorbei.
Dieses Jahr wird das nicht der Fall sein...


...und da freue ich mich drauf wie ein „Schneekönig“!

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