10. Dezember 2012

Ein (fast) normaler Tag zur See

Die nächste Last geht von Göteborg nach Luelå...angekündigt schon knapp eine Woche vor Ankunft in Göteborg.

- Also plane ich wann wir in Göteborg sein können, Montag, heute also, ist möglich...kein Problem, denn wir soll(t)en am Dienstag frühestens das Laden beginnen. Ich könnte schon Sonntag Nacht am Platze sein, aber ich will Bunker und die Umwelt sparen...Entscheidungshilfe bekomme ich keine (jemand "anderes" bezahlt wenn das Schiff am Paltz ist aber warten muss). Also denke ich "sparsam" in alle Richtungen...

- Alles läuft bis der Wind gesten Abend dreht und wir erst um ungefähr 14 Uhr heute ankommen. Und dann dreht der Wind weiter nach Osten (was ich laut Wetterbericht einberechnet hatte aber erst einmal nicht so aussah). Damit stimmt dennoch alles aber die Nachricht kommt: „am Dienstagmorgen ist unsicher“.
? Und da soll ich einen doch einen Besatzungwechsel organisieren!

- Anker trotz allem genau um neun Uhr heute, also Montagmorgen...Nachricht...Lotse nicht morgen, sondern heute um 14 Uhr!
?

- Der  neue Chief Engineer soll ja an Bord...Transport?...und noch immer nicht sicher. stimmt es mit 14 Uhr?
Mein Ablöser, der auch noch Geld mitbringen soll (wieviel ist meine Sache zu kalkulieren), wann kann das klappen?
Und die kommende Ladung...drei Mal hat man sie geändert, neue Pläne in welchen Tanks sie transportiert werden soll (eine Arbeit die der Erste macht, die ich aber zwischen Charterer, Land und Schiff vermittele). Alles während das Schiff in Richtung Ankerplatz steuert.

- Punkt neun! fällt der Anker nur dass er um halb zwei wieder gehievt wird. Lotse an Bord und um drei Uhr liegen wir in Göteborg.
Mein  Ablöser kann morgen früh um sechs Uhr an Bord sein...aber es ist nicht sicher wie lange das Laden dauert, denn noch immer sind Veränderungen zu Gange.

- Am Kai: die Gangway muss an Land um das Tragevermögen zu testen und auch um gescweisst zu werden ...aber wir dürfen den Kran nicht benutzen während geladen wird aus Sicherheitsgründen...und meine Abrechnung habe ich drei mal geändert weil ständig neue Infomationen kamen.

- Das alles nach zwei Nächten die erst um sieben respektive drei Uhr am Morgen zu Ende waren.

- So also war nur ein kleiner Ausschnitt von dem was heute, an meinem letzten Arbeitstag für diesen Törn, auf mich einstürmte...mehr mag ich nicht erzählen...außer dass ich  heute um kurz nach siebzehn Uhr das Schiff  hätte verlassen können...aber das hätte NOCH mehr Stress bedeutet und einen Tag hin oder her.

- Alles andere was noch dazu kam...nein, ich will mich nicht daran jetzt auch wieder erinnern...
der Tag mit seinen siebzehn Stunden war lange genug!

 - Mehr als so heute nicht mehr...das war ein wirklicher Endspurt...und jetzt ist die Luft raus...allerdings habe ich mir gerade noch mein Zugbiljett oranisiert via Internetz (unde abgebucht)...morgen um fuenf muss ich raus.

- Nach so einem (fast) normalen Tag zur See...wenn hier mal wieder Sendepause ist, dann ist das wohl verständlich...

- Doch: in elf Tagen kommt die Sonne wieder!


- Das ist zumindest in den nächsten Millionen Jahren ziehmlich sicher...

***

9. Dezember 2012

Auf ein Neues

Kommende Woche gehe ich in Göteborg an Land...und steige voll in den Winter.

- Vergangene Nacht waren es Minus zwanzig Grad und es liegen gute vierzig Zentimeter Schnee, mit anderen Worten: totaler Szenenwechsel.

- Zwei neue Paneele sind bereits bestellt und ich stelle fest wie viel die Preise gesunken sind seit dem ich anfing das "Torp" aufzurüsten
Vor sechs Jahren zahlte ich noch 8000 Kronen für 150 Watt, jetzt sind es weniger als ein Viertel des Preises.
Ich werde sie erst einmal an gleicher Stelle hinhängen - und wieder abhängen wenn ich nicht da bin. Das geht recht schnell und ist eine relativ sichere Lösung.
Es ist wohl nicht möglich eines an den Schornstein zu montieren, dafür ist es zu kalt und zu viel Schnee auf dem Dach.

- Und mehr Schnee soll kommen, also werde ich wohl wie die letzten Winter wieder einmal die Dächer vom Schnee befreien bevor es wärmer wird und damit die Last schwerer.
Angefangen beim Schornstein der eine "Haube" angezogen hat und bevor ich ein Feuer entzünden kann erst einmal freigelegt werden muss.
Also rauf auf´s Dach und wo ich schon dabei bin, so kann ich direkt die beiden Paneele (die hoffentlich noch da sind) gleich mit freilegen.

- Eines ist sicher: das "Torp" hält mich beschäftigt.

- Ich denke das Haus ist sehr ausgekühlt, denn jetzt war es recht lange richtig kalt mit weit unter minus zehn Grad während den Nächten und Sonne hat die meisten Tage mit ihrer Abwesenheit geglänzt.
Also wurde nicht viel Sonne gefangen.

- Und wie immer, so bin ich ja mal gespannt was mich erwartet (oder mich nicht erwartet weil „verschwunden“).



- Egal, auf ein Neues werde ich das kleine Haus auf Schwung bringen...jetzt erst recht!

***

7. Dezember 2012

Lange ist es gut gegangen

Aber der Krug geht halt so lange zum Brunnen bis er bricht!

- Da erfuhr ich also heute dass ein Dieb zu Gange war und mir zwei Sonnenpanele schlicht und einfach geklaut hat. Das eine an der Hauswand das andere am Gästezimmer.

- Aber immerhin scheint es ein „ehrenvoller“ Dieb zu sein und ist nicht in das Haus oder die anderen Räume eingebrochen.
An dem kleinen Panel wird er nicht viel Freude haben, denn das brachte nur noch ein Fünftel von seinem Effekt, (im Grunde hat er es mir „entsorgt“) das andere Panel war das, welches schon einmal kaputt war und wer weiß wie lange es noch gehalten hätte?

- Beide waren einfach zu leicht zu erreichen und da konnte ein armer Mensch im Geist und wohl auch im Geldbeutel zugleich nicht seine Finger im Zaume halten.

- Also werde ich zum einen Kontakt mit meiner Versicherung aufnehmen und dann mal Maß am Schornstein nehmen denn im Winter bin ich auf ein extra Panel das schneefrei bleibt angewiesen.  Da oben ist es nicht so leicht zu erreichen hat aber die gleiche Richtung zur Nachmittagssonne.

- Ich hatte tatsächlich schon die Idee das große Panel woanders hin zu tun um Platz für "Neues" zu schaffen.
Vielleicht hänge ich einen Sonnenfänger dort hin an Stelle. Da muss ich nur schauen wo die Luft in die Küche kommt!
Oder tatsächlich doch irgendwann ein Fenster?


- Wer weiß also schon wofür das Ganze gut ist?


***

5. Dezember 2012

Ein teuflisches System

Vereinfacht ausgedrückt: „Die Schulden werden durch die Zinsen immer grösser als die Geldmenge oder anderes gesagt: Schulden sind per Definition unbezahlbar.“

- Geld wird in unserem System „geschaffen“ wenn jemand etwas kaufen will ohne dazu das nötige Geld zu haben, sondern den Kauf mit Hilfe eines Bankkredits finanziert welches wiederum eine Konsumblase mit sich führt und /oder steigend Preise die auf ein unhaltbares Niveau klettern.

- Es wird aber „richtiges Geld“ insofern geschaffen als der Kredit, zB. in einem neuen Haus resultiert, das ja einen Wert an sich hat. Dem Schuldner scheint es die anlaufenden Zinsen wert zu sein.
Das war es mir kurzfristig auch aber meine Frau und ich haben alles daran gesetzt so schnell wie möglich Schuldenfrei zu werden und das zu einer Zeit als die Zinsen 12 % betrügen betrugen.

- Das Ganze geht auch so lange gut wie die Zinsen von dem ökonomischen Zuwachs (wovon das BNP ein Maßstab ist) gedeckt werden.
Nachdem alles Geld (im Prinzip) als Schulden geschaffen wird, muss jemand also ständig neue Schulden machen damit die Geldmenge wachsen kann um alte Schulden und deren Zins und Zinseszins bezahlen zu können. Also sind die Schulden immer grösser als der ent- oder geliehene Betrag.

- Wenn aber der „unendliche Zuwachs“ in einen endlichen System wie die Erde ja ist ausbleibt, etwas das ja gezwungenermaßen kommen muss und sich jetzt zeigt, so landet automatisch immer mehr vom wertschaffenden BNP bei den Banken, oder anders ausgedrückt: das Geld konzentriert sich bei einer immer kleineren Gruppe Menschen.

- Wer sich mal ein wenig die schwedischen Zahlen anschaut (das ist in anderen europäischen Ländern nicht viel anders) so sind die Haushalte mit ungefähr 80% im Verhältnis zum BNP verschuldet. Bei einem Zinsen Brutto von einem Prozent, so gehen also 4/5  der Volkswirtschaft als Schuldabtragung an die Banken.
Im kommenden Jahr soll das BNP im Lande mit 0,8% wachsen oder mit anderen Worten: sämtliche geschaffenen Werte gehen als Schuldentilgung an das Banksystem!
Sollte das BNP mit 1,6 % wachsen, so ist es noch immer die Hälfte.

- Damit konzentriert sich also Geld und in dessen Verlängerung die Kapitalzugänge bei einer Minorität. Die Wertschaffung wird immer ungleicher verteilt, so dass immer weniger immer mehr und immer mehr immer weniger haben.
Wenn dennoch Verluste auftreten, so werden sie mit Hilfe der Politiker und unseren Steuergeldern sozialisiert wohingegen Gewinne weiterhin privatisiert werden.

- Und da Geld ja Macht ist, die größten Banken der Welt sich auch nicht in die Karten schauen lassen, so ist damit die Demokratie eine Erinnerung bloß (wenn es je wirkliche eine gab).

- Auch aus den genannten Gründen hätte ich mir nie das "Torp" mit geliehenem Geld gekauft denn dafür Schulden auf mich zu nehmen war und bin ich nicht bereit! Im Gegenteil, je einfacher ich dieses kleine Haus unter eigener Regie betreiben kann, desto weniger bin ich von dem System abhängig.

- Ob oder an wen hier gebetet wird ist aus dem Bild nicht ersichtlich aber wo ich schon einmal dabei bin: "An ihren Taten werdet ihr sie erkennen."


- Oder auch nicht...

- Ein „teuflisches System“ dessen Wurzeln tief in die "Unterwelt" reichen  ist es in meinen Augen allemal!

***

4. Dezember 2012

Verbesserungsideen?

Heute bekam ich dann eine neue Idee die mich zumindest auch an Bord beschäftigen kann.

- Ich kaufte ja im Spätherbst so einen „Warmwasserbereiter“ der von der Sonne betrieben wird. Und hier kommen Vakuumröhren zum Einsatz die über 200 Grad heiß werden können wenn kein Wasser im System ist. Aus dem Grund kann man auch kein Wasser einfüllen wenn der Kollektor leer in der Sonne steht denn dann platzen die Röhren.

- Wenn es also so heiß werden kann, warum sollte man das nicht auch für einen Luft-Sonnenkollektor benutzen können?

- Nach einer Stunde googeln kam ich nur auf wenige Seiten die das überhaupt mal in Betracht gezogen haben. Auf Schwedisch fand ich nichts, auf Deutsch drei, vier Seiten und auf Englisch auch nicht viel mehr.
Aber erstaunt war ich nicht als ich einen chinesischen Anbieter fand der solche Vakuumröhren herstellt die für Luft geeignet sind!

- Die Röhren für meinen Warmwasserbereiter kann man einzeln kaufen und kosten ca. 13 Euronen pro Stück und sind damit nicht einmal viel teurer als das Aluminiumnetz. Außerdem fällt dann die Isolierung weg, denn die Röhren bleiben ja außen kühl und der Kasten bräuchte nicht einmal eine Scheibe.

- Ich überlege mir auch die Möglichkeit statt reinem Wasser einfach eine Glykolmischung und ein gewöhnliches Heizungselement zu benutzen. Damit kann im Winter kaum etwas einfrieren, ich brauche nur zwei kleine Löcher durch die Hauswand zu bohren und das Ganze läuft nach dem „Thermosyphonprinzip“ ohne Pumpe, daher kein Druck im System und auch ohne Strom.
Allerdings, so bald Wasser mit ins Spiel kommt wird es direkt anspruchsvoller und bei einem Leck auch nicht so lustig...mal sehen.

- Also werde ich mir den Winter über Gedanken machen wie ich den nächsten Sonnenfänger noch effektiver bauen kann.



***

2. Dezember 2012

Minusgrade

Mit einem eisigen Nordwind zogen von ein wenig Schnee begleitet dann auch die Minusgrade ins Land.

- Den vergangenen Sommer habe ich ja versucht das Haus winterfester zu machen und in ein paar Wochen,  wenn ich wieder an Land bin, wird es sich zeigen ob meine Arbeit einen Unterschied machen wird.

- Erstaunlicherweise freue ich mich darauf wieder einmal richtig Kälte zu spüren. Auch wenn es nicht gerade leicht ist in ein kaltes Haus zu kommen, so nehme ich diese Herausforderung noch immer wieder an.
Natürlich sind die Holzvorräte im Haus gefüllt, Kleinholz liegt bereit und da jetzt ein frischer Wind wehen kann, so müsste auch mein Küchenofen besser ziehen als bisher.
Ob mein Sonnenfänger und die Nanofarbe in der Küche und Veranda einen Unterschied ausmachen werde ich schnell feststellen.

- Der Winter ist ja die ruhigere Jahreszeit wo außer Schneeschaufeln höchstens die Motorsäge noch in die Hand genommen wird. Keine Gartenarbeit, keine Wiese die geschnitten werden will und Holz sitzt zur Genüge im Stall.

- Die meiste Zeit wende ich im Grunde an um die Öfen in Gange zu halten und kommende Projekte zu planen oder einfach ein wenig tagzuträumen.


- Und mit den Füßen dem Feuer entgegengestreckt lässt es sich an diesem herrlichen Ofen gut aushalten.

*** 

29. November 2012

Unvorstellbar

Kein Telefon oder Handy, kein Internetz, kein Fernsehen, keine Zeitung, keine Musik und kein Radio sind wohl für viele einfach „unvorstellbar“.

- Einen Tag oder vielleicht eine ganze Woche ohne diese Kommunikation, Information oder Unterhaltung ist für viele höchstens im Urlaub ein Teil des „Erlebnisses“ wenn man irgendwo in abgeschiedenen Gegenden unterwegs ist, eine „Möglichkeit“ die immer begrenzter wird
Doch dann fehlt für viele etwas und eine Art von „Entzugserscheinung“ macht sich breit.

- Ich gebe zu, mir persönlich würde nur das Radio fehlen, aber selbst das ist kein Problem denn ich verzichte  immer wieder freiwillig auf diese Dinge.
Obwohl ich Zugang dazu habe, so mache ich auf der Lichtung äußerst selten Gebrauch davon.
Zum Einen so habe ich nach Wochen an Bord genug davon, zum Anderen so fehlt es mir nicht.
Die Natur bietet genug „Unterhaltung“ ohne das künstlich etwas dazu kommen muss und ein Buch vor der Nase ist eine ruhige Beschäftigung welche die Stille nicht stört.

- Nein, ich bin kein „Gegner“ all dieser Gerätschaften welche auch mich mit der Welt kommunizieren lassen. Im Gegenteil, das Wissen, die Erfahrungen anderer und, und, und, welche das Internetz bereithält stellt die größte Bibliothek verblassend in den Schatten und ist für mich wie eine nie versiegende Quelle.

- Allerdings, gerade wegen diesen schier unerschöpflichen Möglichkeiten so bleibt anderes auf der Strecke.
Und dazu gehört auch das Geschichten erzählen.
Dabei ist die Zeit noch gar nicht lange vorbei, als dies eine der wenigen Möglichkeiten der Unterhaltung war.
Wie war es wohl damals auf "Svenserum" wo Neuigkeiten spärlich flossen, der „Klatsch“ über die nächste Nachbarschaft wohl das Hauptthema waren?

- Ich frage mich manchmal an stillen, dunklen Winterabenden ob denn wohl im Torp den Kindern Geschichten erzählt oder vorgelesen wurden?
Bücher waren teuer, oft war die Bibel das einzige Buch im Haus und deren Geschichten das einzige das vorgelesen wurde.

-Heute ist das kein Problem und mit einem Knopfdruck kannst Du Dich auf einer Heimseite wiederfinden die Geschichten und Märchen für Dich bereithält. Und eine gutes Märchen ist wie Balsam für die Seele.



- So wie diese, eine Seite die mir einfach Freude bereitet hin und wieder zu besuchen, denn sie ist meiner Meinung nach mit viel Liebe gemacht und schlicht und einfach: gut!

***

25. November 2012

Nicht für alles Geld in der Welt

Immer öfter werden Stimmen laut die sagen: es ist an der Zeit unser System wie wir denken und handeln zu ändern und den neuen Herausforderungen anzupassen.

- Ob es das marode und amoralische Geldsystem ist oder unser Konsumverhalten. Um nur zwei Sachen zu nennen.
Das kapitalistische System mag im Grund nicht total verkehrt sein, aber dessen Auswüchse wie wir sie heute haben wo immer weniger immer mehr besitzen ist der falsche Weg.
Wir legen Wert darauf uns „selbst zu entwickeln“ womit meist die Karriere gemeint ist, anstelle unsere Gesellschaft zu entwickeln und landen damit in einem „Ego-vacuum“ denn wir sind von unserer Natur her soziale Wesen und haben gerne Menschen um und mit uns.
Der Gruppe in der wir uns befinden mit Positivem beizutragen zu wollen ist ein Teil unseres Menschseins.

- Dass irgendetwas nicht mehr richtig ist, dass wir den falschen Weg eingeschlagen haben wird immer mehr Menschen langsam aber sicher bewusst.
Noch für viele unmerklich, so hat die Zeit des Umdenkens und Besinnens allerdings schon angefangen.

- Es kann gar nicht anders sein, denn nicht nur dass unser jetziger Weg uns in Richtung globalen Untergang führt, sondern auch wir spüren dass menschliche Werte schlicht und einfach verloren gegangen sind.

- Es ist schiere Dummheit so lange ein riesen Anteil von unserer Schöpferkraft darauf verwendet wird die Kriegsindustrie zu mästen um irgendwelche privaten Machtwünsche damit möglich zu machen oder Krimskrams herzustellen mit einer Gebrauchszeit die von „ zwölf bis Mittag“ reicht und den im Grunde niemand braucht.
Geh nur einmal in einen Spielzeugwarenladen und schau Dich um was via uns versucht wird unseren Kindern „anzudrehen“.
Früh wird das „kauf-wirf weg-kauf-neues“ geübt...und viele Menschen fangen an diesem eigenen Verhalten überdrüssig zu werden, denn das so oft versprochene Glück bleibt aus...

- Und ist es nicht so: eine Wanderung im Wald oder einen farbenprächtigen Sonnenuntergang kann man genau so wenig kaufen wie ein Abend in guter Gesellschaft, frische Luft oder einen Regenbogen.
Vieles von dem was mir wirklich einfach nur gut tut ist im Grunde gratis.
Das weißt Du so gut wie ich.

video

- Noch immer ist Lebensfreude nicht für alles Geld in der Welt möglich zu kaufen und keine „app-lication“ die man runterladen kann, etwas das „Skip“ besser "weiß" als ich.

video


- In diesem Sinne ein gute Woche voller „Umsonstigkeiten“!

***

23. November 2012

Energiearmut

Vor ein paar Tagen stieß ich auf dieses neu Wort, auf diese neue Form von Armut.

- Laut Information in deutschen Zeitungen so sind ungefähr 600.000 Haushalte ohne Strom bzw. Gas, da sie ihre Rechnungen nicht beglichen haben, wobei die Hauptursache am Geldmangel liegt.
Zu meinem Erstaunen stellte ich fest dass die Strompreise verglichen mit Schweden beinahe doppelt so hoch sind und zu Anfang des kommenden Jahres auch noch um die zehn Prozent und Mehr steigen werden.

- Da Du ja diese hier lesen kannst so bedeutet das: Du hast Zugang zur Elektrizität und vielleicht kannst Du Dir nur schwerlich vorstellen was es bedeutet ohne zu sein.
Sicher hast Du schon einen Stromabbruch erlebt und eine „Kostprobe“ bekommen, aber für lange Zeit völlig ohne zu sein wohl kaum.

- Egal ob Du in einem Haus oder in einer Wohnung sitzt, so bist Du „weg vom Fenster“ oder vielleicht auch gerade das Gegenteil, denn aus dem Fenster zu schauen ist das einzige was Dir übrig bleibt denn ohne Strom ist Dein Haus, Deine Wohnung „tot“.
Kein warmes Essen, kein warmes Wasser, keine Heizung, keine Unterhaltung und vor allem kein Licht! Von dem bisher bekannten Lebensstil bleibt so gut wie nichts übrig.

- Ohne Energie sitzt Du im Winter frierend im Dunkeln oder hast eine Stirnlampe, vor Dir vielleicht eine Dose kalte „baked beans“.
Selbst der einfachste Gaucho in den Pampas hat ein Lagerfeuer und heißen Kaffe!

- Ich weiß zumindest, zum Teil, aus eigener Erfahrung wie es ist wenn die Beleuchtung mal gerade eine zehn Watt Funzel ist, wenn keine elektrischen Geräte funktionieren weil die Energie nicht ausreicht und wenn die Bude kalt ist weil es stundenlang dauert bis der Ofen das Häuschen wärmt.

- Die Kälte ist für eine Weile zum aushalten wenn ein knackendes Feuer Besserung verheißt, aber ohne Beleuchtung oder nur mit ein paar Kerzen so wird es leicht depressiv.
Daher, als ich „Svenserum“ kaufte, so wusste ich: das ist zu wenig (das Bild zeigt das Torp als ich es kaufte), hier muss mehr Energie herbei sonst leidet die Lebensqualität doch zu sehr, denn...


ohne Strom ist man in jeder Hinsicht wirklich „arm dran“!

***

19. November 2012

Der heisse Krieg

Der kalte Krieg gehört (hoffentlich) der Vergangenheit an, der „heiße“ Krieg der nahen Zukunft, wenn er nicht schon begonnen hat.

- Weltweit sind sich führende Forscher recht einig darüber, dass sich die Durchschnittstemperatur um angenommene vier Grad bis Ende dieses Jahrhundert erhöhen wird falls wir nicht umfassende Maßnahmen ergreifen um dies zu verhindern.

- Ich werde hier nicht ein mögliches Schreckscenario malen, ich werde keine Zahlen oder Diagramme zeigen sondern versuchen meine eigene, sehr vereinfachte Sichtweise zu erklären, warum ich denke dass sich ein Klimawandel schon vollzieht, wir der auslösende Faktor dafür sind und Statistik, wenn auch bestimmt zum Teil fehlerhaft da die Modelle sehr komplex sind, das zeigt.

- Heute nahm ich an diesem Rapport teil der von der Weltbank initiiert und herausgegeben wurde.
Für mich zeigt es, dass sich „das Geld Sorgen“ macht um unsere, oder sollte ich sagen um die eigene, Zukunft. Natürlich werden Stimmen laut die sagen: „Noch ein Taschenspielertrick und Angstmache um Geld herauszuschinden um ihre Sicht der Dinge durchzusetzen“.

- Ich stimme ihnen in so fern bei, als dass die Banken schon immer versucht haben an allem Geld zu verdienen, erst am Krieg auf beiden Seiten, dann am Frieden.
Auch an den kommenden Problemen werden sie versuchen ihre Kassen zu füllen.
Allerdings, wenn die Grossfinanz zu Maßnahmen aufruft, ja fordert, so ist es noch ein Zeichen das ich nicht negligieren will denn mit einer dermaßen hohen Erwärmung geht es auch den führenden Kräften, deren Kinder und Enkel an Kopf und den gestärkten, weißen Kragen.
Und an den Geldbeutel.

- Ich persönlich muss nicht einmal Forscher zu Rate ziehen um einzusehen dass die Erde wärmer wird durch unsere Lebensweise.
So sitze ich zur schreibenden Stunde auf einem Tankschiff mit zwölf Millionen Liter Benzin an Bord das in unseren Industrien und Autos letztendlich zu Wärme und Kohlendioxid wird.
Und dies ist nur eins der Schiffe die in unseren Gewässern Tag für Tag, ob Winter oder Sommer, Weihnachten oder Ostern diese fossile Energie verteilen. Die Menge in einem Jahr nur in der Ost-und Nordsee ist gewaltig, weltweit ist sie gigantisch, und für mich ist es ohne Zweifel dass dies unsere Atmosphäre beeinflusst. Vom zunehmendem Gasverbrauch ganz zu schweigen.

- Genauso habe ich in den achtundzwanzig Jahren in Schweden gemerkt dass die Luft gerade bei südlichen Winden immer schlechter geworden ist und wundere mich nicht über den Grund.
Gleichzeitig wie wir der Gashülle mehr Masse zuführen, so steigt ihr Energiegehalt in Form von Wärme...

- Was mit unserer Erde geschieht wenn die Gashülle immer dichter wird und die einfallenden Sonnenstrahlen nicht mehr in gleicher Weise wie vor der industriellen Revolution wieder zurückgestrahlt werden können habe ich handgreiflich mit dem Bau eines Sonnfängers nachgemacht.
Wir sind dabei in kürzester Zeit Kohlenstoff freizusetzen der Milliarden Jahre gebraucht hat um gebunden zu werden und in die Atmosphäre zu speien. Und dass der Gehalt stark gestiegen ist, lässt sich ohne Zweifel messen.

- Dass wir nicht unbegrenzten Zuwachs in einer begrenzten Welt haben können dürfte, außer den Ökonomen und Politikern, so ziemlich jedem als selbstverständlich einleuchten und wohin exponentielles Wachstum führt, zeigt die Anekdote des verdoppelten Weizenkorns auf den vierundsechzig Schachfeldern nur zu anschaulich.

- Mit steigender Temperatur so fangen natürlich die Meere und Seen an mehr Wasser abzudunsten, die Winde tragen diesen Feuchtigkeit, transportieren sie weiter so lange die Luft das Wasser halten kann.
Die Anzahl der grauen Tage in unseren Breiten steigt, die Regen- und Schneemenge genauso und massive Überschwemmungen sind das Ergebnis davon.

- Jetzt gibt es ja Stimmen die gerade hier in Schweden laut werden: während der vergangenen Winter sei von der globalen Erwärmung nichts zu spüren, ja das Gegenteil wäre der Fall.
Aber auch das wundert mich nicht und meine Erklärung dazu ist absolut unwissenschaftlich doch für mich wegen ihrer Einfachheit sehr einleuchtend.
Die warme Luft die wir schaffen steigt natuerlich nach oben, fließt hin zu den Polen, sinkt ab und verdrängt damit die kalte Luft die tiefer liegt. Damit werden erst einmal die Winter kälter. Gleichzeitig werden die Pole wärmer und den Effekt sehen wir. Es reicht mit Google-maps einmal zu vergleichen wie es vor Jahren aussah um sich selbst ein Bild zu machen.

- Um diese Herkulesaufgabe die uns bevorsteht bewältigen zu können so müssen wir nicht nur unseren Lebensstil ändern, unsere Technik haltbar machen, sondern völlig neue soziale Strukturen und Wirtschaftssysteme müssen entstehen.
Der kapitalistische Raubbau, der eben noch „siegreich“ aus dem Kampf um die Weltherrschaft hervorgegangen ist, hat die Welt an den Rand des Untergangs geführt...und wir haben uns führen lassen!

- Auch hier wird sich etwas ändern und dabei spielt das Internetz immer mehr eine führende Rolle für die eigene Meinungsbildung und Weltauffassung. Hier gibt es Informationskanäle die nicht nur der Propaganda zur Verfügung stehen, sondern auch Dir und mir.

- Obwohl die Zeit drängt so muss es vielleicht erst noch schlimmer kommen da noch zu viele ihren Kopf in den Sand stecken, bevor ein Umschwung  geschieht und es besser werden kann.


- Manche können oder wollen es kaum glauben, aber der "heisse Krieg" hat schon begonnen... 


***

18. November 2012

Windige Träume

Jetzt habe ich das Windrad ja schon einige Jahre, bin aber nie mit der Leistung zufrieden gewesen.

- Endlich steht das Rädchen und gespannt warte ich auf den ersten Wind. Ich bin mir bewusst dass die Bäume viel von dessen Energie „stehlen“, der Standort nicht unbedingt der beste ist.
Laut Hersteller, so sollte das Rad schon bei 1,8 m/s (so viel wie es bei Spazierganggeschwindigkeit einem um die Nase bläst) schon anfangen zu laden.

- Mein Gedanke: so viel kommt bei bei einem frischen Westwind auch durch die Bäume.
Ich werde allerdings enttäuscht, denn selbst bei einem frischen Westwind der dem Rad Schwung gibt, so kommt keine Ladung in die Batterien.

- Also, denke ich, der Wind muss besseren Zugang bekommen und fange an nach und nach recht große Tannen zu fällen um eine Schneise zu bekommen.
Das hilft wie ich feststelle, denn das Rad dreht sich öfter und auch schneller.
Aber trotzdem Status Quo, erst bei halbem Sturm kommen ein paar armselige Watt und mehr nicht.

- Vielleicht besser Auswuchten? Den Mast verstärken?
Nein, auch das reicht nicht aus um Energie aus dem Wind zu gewinnen.

- Ok denke ich, jeder Anfänger macht so seine Fehler und ich habe mir halt ein teures Windspiel gekauft. Dabei freue ich mich noch immer wenn das Rad sich dreht wie es Kinder ja auch tun bei einem bunten Windrädchen...

- Als ich vor einem Monat dann die neue, bessere Batterie anklemme, so behalte ich erst einmal die alten die allerdings nicht mehr an das Hausnetz angeschlossen sind sondern bei passender Gelegenheit in die Sauna kommen werden.
Damit sich aber nicht selbst entladen, so schliesse ich ein kleines Sonnenpanel und das Windrad dort an da diese über den gleichen Regler laufen.

- Kurze Zeit später öffnet der Bauer ja den Wald und der vorherrschende Westwind bekommt freien Zugang und ich lasse das Rad bei recht frischem Wind einfach tagelang laufen.
Und was geschieht?
Irgendwas „löst“ sich, denn zum ersten Mal in all den Jahren, so stelle ich fest: selbst bei geringem Wind so lädt plötzlich das Windrad die Batterien und hält was der Hersteller damals versprach.

- Über vier Jahre hat es gedauert bis aus dem Traum mit Hilfe des Windes Energie zu gewinnen Realität wurde.

video

- Oder hat sich nur der Traum geändert?

***

16. November 2012

Entzugserscheinung

Wer mag schon gerne täglich belogen und betrogen werden?

- Nein, dachte ich es mir doch, weder Du noch ich. Aber genau das ist wie ich die steuernden und herrschenden Kräfte um mich erlebe.
Der Filz von Hochfinanz, multinationalen Konzernen und Politik führt mich täglich an der Nase herum. Etwas das für mich außer Zweifel steht.
Egal aus welcher Himmelsrichtung, ob von Osten oder Westen, Süden oder hier im Norden, so wird mir die Wahrheit vorenthalten, so werde ich manipuliert von der „herrschenden“ Meinung.

- So wie es beispielsweise mit den angeblichen Massenvernichtungswaffen des Iraks geschah, so wie es mit dem unbefindlichen Atomwaffenprogramm des Irans heute geschieht.
Ob Afghanistan, der Balkan oder Griechenland so lügt man mir das Blaue vom Himmel herunter, dunkle Mach(t)enschaften liegen in meinen Augen dahinter und ich werde auf „Teufel komm raus“ mit Propaganda zugemüllt.
Wie kann eine mächtige Person wie Putin in einer überbevölkerten Welt sagen: „Wir müssen mehr Russen werden“ (um eine größere Armee zu bekommen natürlich)? Das zeigt nur das eigene Machtbegehren und nicht eine verantwortungsvolle Haltung die ich mir von einer mächtigen Kraft erwarte. Nein fordere.

- Und jetzt kann ich nur zuschauen, wie ganze Länder total verschuldet werden, wie Banken sich die steuerfinanzierte Infrastruktur unter den Nagel reißen, wo die Welt für einen Nickel ausverkauft wird um angebliche Schulden zu decken, Schulden die den Ländern und deren Bürgern im Grunde mit der Zuwachslüge und der Zinseszinswaffe aufgezwungen werden.

- Aber kann ich wirklich nur zuschauen oder kann ich etwas dagegen unternehmen?

- Es gab eine Zeit in der ich daran dachte einfach auszusteigen, sah aber dann doch keine Alternative für mich darin denn ohne die Gesellschaft lässt es sich nicht leben, ich bin so wie alle auf das Können Anderer angewiesen.
Ohne dieses Können hätte ich nicht einmal Schuhe an den Füssen, geschweige denn all das was es braucht um schlicht und einfach zu überleben.

- Doch nach wie vor sehe ich eine Möglichkeit so frei wie möglich von den schlechten Einflüssen der herrschenden Mächte zu werden: mich zu entziehen wo es nur geht.
Selbst wenn es nur kleine Schritte sind, so gehen sie in die für mich richtige Richtung um meinen Einfluss auf das auszuüben das mir verkehrt erscheint.

- Und da in meinen Augen das teuflisch-raffinierte Bankensystem die Wurzel allen Übels ist, so war es da wo ich schon vor langer Zeit den Hebel ansetzte in dem ich schuldenfrei wurde.
Das wiederum war nur möglich, in dem ich auf vieles welches uns vorgegaukelt wird um ein „glückliches Leben“ zu leben verzichtete und gleichzeitig meine eigenen Wünsche sehr bescheiden hielt.

- Vor beinahe dreißig Jahren verstand ich nämlich: die Bank hat nicht das geringste Interesse daran dass ich schuldenfrei werden wollte, im Gegenteil. Als man dort verstand dass ich „Sicherheit“ in Form eines halben Hauses hatte und gar die andere Hälfte bezahlen wollte, so bot man mir ungefragt den gleichen Betrag als Kredit an!

- Heute verstehe ich, auch ich habe Macht!

- Ich versuche meinen Konsum zu steuern und wo es geht gering zu halten. Sei es beim Essen indem ich zumindest einen Teil schon seit über dreißig Jahren selbst produziere, sei es beim Transport wo ich versuche zu minimieren und ein elektrisches Fahrrad ein weiterer Pedaltritt in diese Richtung ist. Sei es bei der Kleidung wo mir Mode vollständig gleichgültig ist, oder wie dieses Jahr in dem ich selbst meine Stromversorgung zum Teil in die eigenen Hände genommen habe.
Zum einen bin ich bei einer Windkraftcooperative mit eingestiegen, zum anderen produziere ich auf einfachste Weise, auch wenn nur zu einem geringen Teil, aber dennoch eigene Wärme und spare somit elektrische Energie.

- Manche/r wird sicher denken: ja, er kann sich das leisten mit seinem Einkommen als Kapitän.
Und natürlich stimmt das zu einem Teil.
Aber ich hatte mehr als mein halbes Leben nur ein sehr geringes, um nicht zu sagen unbefindliches Einkommen und mir ist es dennoch gelungen selbst als Zivildienstleistender Geld zu sparen da ich in die Welt reisen wollte.

-  Doch nicht genug damit dass ich durch meinen freiwilligen Konsumverzicht und Sparsamkeit das kapitalistische System genau auf dessen wunden Punkt treffe, ich fing auch an einen Teil meines Papiergeldes dem System zu entziehen in dem ich Gold kaufte.
Nach meinem Verständnis war es gerade da wo ich wirklich anfing auszusteigen denn Edelmetalle sind „unerreichbar“ für das System und behalten außerdem ihren Wert. Das haben die Banken schon immer gewusst.
Dass ich heute ein Vielfaches an Papierschnipseln bekommen würde bei einem Verkauf bedeutet nichts, denn ich muss auch bedeutend mehr Schnipsel hinlegen um das Gleiche wie vor vielen Jahren kaufen zu können.

- Und mit „Svenserum“ habe ich mir einen Platz geschaffen, an dem die Unabhängigkeit vom System groß ist.
Auch wenn ich erfahren habe dass mir dieses Haus als ständiger Wohnsitz zu beschränkt ist, dass ich so freiwillig nicht leben möchte, so schenkt mir das Bewusstsein dass dieses kleine, einfache Haus selbst bei strengem Winter bewohnbar ist eine wirkliche Sicherheit. Allemal in einer Zeit in der die Unsicherheit täglich zunimmt.

- Es ist gewiss kein Zufall und der Hauptsitz der Deutschen Bank sieht aus wie ein Paar Stiefel.
Genau so wenig ist es wohl kein Zufall und Entzug heißt auf Englisch „withdrawal“, ein Begriff der sowohl Drogenabstinenz,  Geld entnehmen als auch Rückzug bedeutet.


- Und was die beiden letzten Bedeutungen betrifft, so will ich weiterhin eine „Entzugs-Erscheinung“ sein.


***

15. November 2012

Es kostet Geld, arm zu sein

Auch wenn wie alles andere Armut ein relativer Begriff ist, so nimmt sie auch in unserem Teil der Welt zu.

- Vor ein paar Monaten las ich dass die „Seifenindustrie“ sich an die neue ökonomische Lage anpasst indem sie die Haar- und Waschmittelverpackungen verkleinert bis hin zur Einmal-Packung.
Mir kam sofort Indien in den Sinn denn dort ist das schon lange oder besser immer so gewesen.

- Nicht nur dass dies wirklich ein Zeichen der neuen Zeit ist, einer Zeit wo Knappheit sich langsam aber unaufhörlich zeigt, sondern die Kleinstverpackungen sind natürlich im Verhältnis teurer als eine Grossverpackung.
Alles so wunderbar nach dem kapitalistischen Gedankenmodell das da heißt: nimm so viel wie Du kannst, behalte alles selbst, sei smart und zocke ab!

- Ein weitaus faireres Verhalten wäre: eine Wäsche kostet gleich viel für jeden, die Kosten, egal ob große oder kleine Verpackung werden geteilt von allen.
Aber das passt ja nicht in unsere vollständig kapitalisierte Welt hinein denn wir nähern uns, getrieben von den Herrschenden und deren Modell „nimm von den Armen und gib den Reichen“, immer mehr dem Punkt wo einzig und allein das eigene Wohlergehen im Vordergrund steht und die Sintflut ruhig kommen kann...solange sie nach mir kommt.

- Peter Alfred und Christina Sofia, die damaligen Bewohner von Svenserum, gehörten zwar nicht zu den Ärmsten um die 1880, aber auch ihr Leben war sicherlich geprägt von „kleinen“ Einkäufen.


-  Ich habe den Eindruck wir sind wieder auf dem „besten“ Weg dorthin, ein Weg den allzu viele schon allzu lange gehen müssen.

***

12. November 2012

Von Blüten und Nieten

Selbst auf die Gefahr hin hier jemandem auf die Füße zu treten...

- Ich habe mich mal eingehender mit den „effektiven Mikroorganismen“ kurz „EM“ beschäftigt.
Es ist eine Kultur aus verschiedenen Mikroorganismen so wie Milchsäurebakterien, Hefen, und mehr, die in den Boden eingebracht das gesunde Pflanzenwachstum auf biologischer Basis fördern soll.
Und als Gartenliebhaber war hier natürlich mein Interesse geweckt.

 - Als Aquarianer, so weiß ich schon lange wie wichtig diese Organismen für einen lebenden Prozess sind. Aber nicht nur dort, wir selbst würden ohne sie in unserem Körper nicht lange überleben!

- Also habe ich mal wieder angefangen Information zu sammeln und stieß ständig auf eine Grenze.
Überall konnte ich lesen wie man diese Mischung gennat "EM-A" herstellt, dh meist mit Hilfe von Melasse und Wasser eine Startkultur zu vermehren.
Und wie schafft man sich diese Startkultur?
Genau, hier kam dann der Krux.
Die kauft man!

- Ein einziges Rezept zur eigenen Herstellung fand ich auf einer Seite von Hawaii trotz stundenlanger Suche. Dafür fand ich um so mehr über die Anwendung.
Sie reicht von der Zahnpflege über Waschmittelzusatz, von Geistheilung bis hin zur Pferdepflege und auch für die eigene Darmflora soll sie gut sein. Von der Bodenpflege mal ganz abgesehen.

- Ich fand also ein Allheilmittel!?

- Und da ich schon mal beim Heilmittel war, so dachte ich dass man ja laut der Homöopathie diese Mischung bis zum „geht-nicht-mehr“ potenzieren (sprich verdünnen) könnte und damit eine „hochprisante“ Mischung erhält...

- Hier wie da wird in meinen Augen den „Leichtgläubigen“ mal wieder das Geld aus der Tasche gezogen denn die Mischung kann nicht wie ein Sauerteig mit neuen Zugaben von Melasse vermehrt werden da sich sonst die „Zusammensetzung“ der Mikrowelt verändert und damit die versprochene Wirkung ausbleibt.

- Selbstverständlich, ein gesunder Boden hat ein ausgewogenes Bakterienleben und dies zu fördern kann nicht falsch sein.
Der Kompost den ich ausbringe trägt wohl auch dazu bei und damit werde ich auch weiterhin meinen Boden verbessern denn dass Erde ein „lebendiger Organismus“ ist steht für mich außer Frage.

- Nach über zwanzig Jahren mit dem Garten in der Stadt weiß ich:  es dauert, aber der Erfolg ist wundervoll. Ich kann beim Graben die Gabel ohne Kraft bis zum Anschlag in den Boden stecken der eine Konsistenz von Blumenerde hat.

- Also, das scheinbar blühende Geschäft mit „EM“ war leider eine Niete und ist für mich als unseriöse Geldmacherei abgehakt.



- Eigenartig und phantastisch zugleich welche Blüten doch die Gartenpflege treiben kann...


***

10. November 2012

Vier

...oder wie es der Zufall so will.

- Da ich noch immer sehr beeindruckt vom Wandel auf „Svenserum“ bin nachdem dort so viele Bäume gefallen sind, blättere ich ein wenig in meinem Bildarchiv um mir den Unterschied im wahrsten Sinne des Wortes deutlich vor Augen halten zu können.

- Und wie es der Zufall mit seinem Willen so mit sich führt, finde ich zwei Bilder die aus dem fast gleichen Winkel aufgenommen sind.
Doch nicht genug damit, es liegen stundengenau vier Jahre, vier Tage und vier Stunden zwischen den Bildern.

- Nanu?

- Ich bin kein Numerologo, finde auch nicht dass ich mein Leben nach Zahlensymbolik ausrichten will oder gar die Zukunft daraus lese, aber Zufälle, die kommen nicht aus dem Nichts...oder gerade dort kommen sie her, verbinden mit dem „Nichts“, dem Unbekannten und Ungreifbaren.
Ich weiß es nicht, habe aber so meine Ahnungen.

- Ein wenig gesucht habe ich dann allerdings doch welche Bedeutungen denn der Zahl vier zugeordnet werden und finde dann folgendes:
ordnungsliebend: mein Beitrag „Die Ordnung der Dinge“
stetig wachsend: da kann ich hier im Wald ein Lied von singen
neutral: passt recht gut, denn noch heute galt es einen Konflikt an Bord zu bereinigen und da kann ich nur neutral sein
hilfsbereit: als ehemaliger Pfleger liegt das vielleicht nahe
großzügig: da könnte ich größere Züge zeigen finde ich allerdings

- Dass die Numerologie dann die Zahl vier dem Planeten Uranus zuordnet, also „meinem“ Planeten, da ich im Zeichen des „Aquarius“ geboren bin, wundert mich allerdings dann auch nicht mehr.

2008-11-02 / 17:57

- Eines ist für mich allerdings selbstverständlich: auf der Lichtung sind Kräfte am Werk, die ich nicht einfach deuten und noch weniger wirklich fassen kann.

2012-11-06 / 13:25

- Und sicher nicht nur dort...

***

9. November 2012

Hinter-und Vordergründiges

Bei meinem letzten Landurlaub ist „Skip“, der neue, vierbeinige Hausgenosse in den Vorder- und  „Svenserum“ einfach verständlicherweise in den Hintergrund gerückt.

- Auf einmal gab es viel zu tun als ich an Land kam.
Außer dem Sonnenkollektor den ich als erstes baute, so musste ein richtiger, hundesicherer Zaun in der Stadt herbei. Also eine Firma organisiert die einen neuen Zaun um das gesamte Grundstück ziehen sollte (der alte war schon vor 25 Jahren schlecht!), eine Woche lang Hecke geschnitten, und natürlich viel Zeit mit dem Hund verbracht.

- Neue Routinen denn ich war auch erst einmal recht gebunden mit dem Welpen denn allzu große Strecken kann und soll man nicht zu Anfangs laufen.
Aber selbstverständlich war er mit im Torp und wenn es einem gut gefällt dort, so ist es Skip.
Da konnte er nach Herzenslust frei laufen, mir bei den Kartoffeln ausmachen helfen (lecker waren die Verfaulten die er fand).
Das Haus nahm er direkt an während er mit dem Stall vorsichtiger war.
In naher Zukunft sehe ich also kein Problem mit „Skip“ mehr Tage und auch Nächte dort zu verbringen!
Aber diesmal war es zu früh entschied ich...

- So ganz nebenbei: seit dem der Wald weg ist, so lud zum ersten Mal das Windkraftwerk auch bei wenig Wind die Batterien da es ruhiger und gleichmäßiger läuft wegen des freien Windes. Das große Panel an der Hauswand gibt auch im Winter bei untergehender Sonne wesentlich mehr Energie als zuvor.
Der Küchenofen zieht besser, das Dach wird trocken und die Linde bekommt richtig viel Sonne.
Dank dem Sonnenfänger ist die Temperatur im Haus mindestens 5 Grad höher als gewohnt um diese Jahreszeit.

- Die Lage des kleinen Hauses hat sich also wesentlich zum Besseren hin gewandelt.


- Und wie man im Hintergrund sieht, so stimmt das im wahrsten Sinne des Wortes, denn jetzt erst habe ich zum ersten Mal gesehen dass dieses kleine Haus tatsächlich auf einem Hügel liegt...


***

4. November 2012

Im Kleinen wie im Großen

Bis auf den „Warmwasserbereiter“ der im Frühling montiert wird, so bin ich an die Grenzen der alternativen Energie für „Svenserum“ gestoßen.

- Da auch hier wie immer ein „Aber“ mit im Spiel ist, so funktioniert diese Energie nur wenn die Sonne scheint oder der Wind weht, ansonsten bin ich auf eine „sichere“ Energiequelle angewiesen.
Bei mir ist es das Holz das mir diese Energie liefert.
Auch wenn es sich regeneriert, so ist es vom Prinzip her wie in der „großen Welt“.

- Alternative Energie ist ein möglicher Zugang, aber um unser Leben so reibungslos wie möglich was die Energieversorgung betrifft zu gestalten, so reicht sie nicht aus.
Es ist nicht nur die Produktion, sondern auch die Zuverlässigkeit die wichtig ist.

- Allerdings so bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass man ein gutes Stück auf dem richtigen Weg ist wenn man sich auch den „unsicheren“ Möglichkeiten zuwendet und auch weiterentwickelt um damit herkömmliche Energie sparen zu können.

- Wenn kein Wind bläst, keine Sonne scheint...das Feuer ist an diesem Platz noch immer die einzig zuverlässige Energiequelle.


- Dann raucht es aber auch aus dem Schornstein...

***

30. Oktober 2012

Wie neu

Noch immer ist es natürlich ein Gefühl von „neues Haus bekommen“ wenn ich jetzt nach „Svenserum“ komme.

- Wenn viele Bäume die ich mehr oder weniger kennengelernt habe auf einmal nicht mehr vorhanden sind so ist das schon ein ein- oder besser gesagt abschneidendes Erlebnis.

- Sechs Jahre lang kenne ich die Lichtung mit nur wenigen Veränderungen mittlerweile aber noch nie hat mir der Platz so „zugesagt“ wie jetzt.
Ich erlebe die Lichtung als völlig neu, der Himmel hat sich geöffnet. Ich bekomme ständig Blickwinkel wie ich sie nicht kenne.

- Aber nicht nur außen wirft die Veränderung seine (nicht mehr vorhandenen Schatten) sondern auch im Haus.
Ich bekomme Sonne wo all die Jahre nie welche war, ich habe „schöne Aussichten“ aus dem Stuben- und auch Küchenfenster bekommen und gerade zu dieser Jahreszeit so wichtig: Licht und Sonne ins Haus.


- Da fühlen sich „matte“ und Hund auch bei nur gerade mal zehn Grad Raumtemperatur pudel- oder besser „terrierwohl“.

***

26. Oktober 2012

Sonne, Schnee und freie Sicht

Nachdem es tagelang grau und gräulich war so kam gestern der erste Schnee für diesen Winter.


- Heute dann seit langem ein richtiger Sonnentag, blauer, wolkenloser Himmel und eine frische Brise von West-Nordwest mit klarer, hoher Luft – endlich. Der Tag war langersehnt!

- Aber noch länger habe ich darauf gewartet und gehofft aus der „Schattenlage“ im Wald zu kommen.
Selbst im Hochsommer lag das Haus meist im Baumschatten während der Rest der Lichtung in der Sonne badete und ich damit nie Lust hatte ins Haus zu gehen, und sei es zum Kochen.



- Schon vor Jahren sprach ich mit dem Bauern, sagte ihm dass ich nichts dagegen hätte wenn er den Wald im Hang „ernten“ würde und selbst fing ich ja an die dicksten Tannen nach und nach zu Holz zu verarbeiten um Licht und Luft zu bekommen.

- Dann geschah diese Woche das was ich lange erhofft habe.  Eine Holzmaschine fing an den Hang zu roden und Dank einem Telefongespräch so bekam ich „Wind“ davon, fuhr selbst an den Ort des Geschehens und mit einem Handstreich (ich zeigte dem Maschinisten dass er auch die Bäume auf meinem Grundstück absägen könnte) so habe ich Licht, Luft, Sonne und eine wunderbare Aussicht vom Stubenfenster auf das kleine Tal gegen Westen hin bekommen!


- Und heute bin ich bei strahlendem Sonnenschein auf der Lichtung und...kenne sie kaum wieder.

Ein frischer Wind weht mir von Westen um die Nase wie ich ihn hier noch nie erlebt habe. Das Windrad dreht sich wie selten zuvor, hat die Batterien aufgeladen, es ist hell und der Himmel hat sich aufgetan.
Plötzlich liegt das Häuschen wirklich auf eine Anhöhe und der Blick vom Wohnzimmer- und Küchenfenster ist einfach frei!

- Das Klima und auch die Stimmung haben sich wirklich über Nacht radikal verändert und dem Seemann weht ein ungehinderter Westwind um die Nase und das Auge hat freie Sicht bekommen!

- Selbst im Winter hat das Haus jetzt Nachmittags- und Abendsonne!


- Ahhh....

***

23. Oktober 2012

Tiefdruck

Seit Tagen schon hängen die Wolken tief, der Nebel legt sich grau und schwer auf das Gemüt.

- Jetzt ist der Herbst schon weit ins Land gerückt und es fällt mir schwer mich für eine Arbeit aufzuraffen.
Aber es hilft ja nicht Trübsal zu blasen, sondern auch bei Nieselregen kann ich die Kartoffeln und den Lauch ernten.
Es fällt außerdem direkt leichter da die Ernte dieses Jahr gut ausfällt. Die Kartoffeln sind groß und reichlich, der Lauch dick und kräftig.

- Die Nordwestwand in der Küche ist mit dem Rest der Nanofarbe gemalt, die Wetterstation ist montiert und die Wiese noch einmal geschnitten.

- Der Herbst ist einfach nicht die Jahreszeit um Neues anzufangen, was jetzt nicht gebaut ist, wird es auch nicht mehr.
Oder wie Rainer Maria Rilke es so treffend in Worte gefasst hat in seinem Gedicht:


Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.



- Ich „schnapp mir den Hund“ und laufe eine Runde...

***

14. Oktober 2012

Aller guten Dinge sind...vier

Diese Woche kam nämlich der vierte Luft-Sonnenfänger an seinen Platz.

- Die Erfahrungen vom Torp sind für mich so überzeugend, dass ich vergangene Woche auf ein Neues den Hammer schwang und jetzt hat auch das Haus in der Stadt eine direkte Verbindung zur Sonnenenergie.

- Am zweiten Tag nach dem er lief, so wurde es ein sonniger Tag und bei einer Außentemperatur von nur 10 Grad, so kamen ungefähr 60 Kubikmeter Luft pro Stunde mit einer Temperatur von über 50 Grad ins Haus.


- Den „Warmwasserbereiter“ habe ich abgeholt aber der wird erst im kommenden Frühling montiert.
Dafür ist die neue Batterie am Platz.
Stufe für Stufe habe ich die 63 kg hochgewuchtet, angeschlossen und jetzt bin ich sehr gespannt ob sie die Qualität hat die man verspricht auch hält. Damit habe ich jetzt 230 Ah und das muss ausreichen.

- Zwischendurch schon zwanzig Kilometer mit dem Elektrorad zurückgelegt...einfacher geht es wirklich nicht und ich bin begeistert.

- Aber aller guten „Dinge“ sind im Grunde genommen: fünf! Denn mein neuer Büroangestellter ist sehr hilfsbereit wie man sieht...


- Diese „Schnauze“ hat die meiste Zeit von mir bekommen!

***

4. Oktober 2012

Bäumchen wechsle Dich

Morgen ist es dann mal wieder so weit und ich tausche in Göteborg das Seeleben gegen das Landleben.

- Ich bin dabei meinen Törn abzuschließen und die Übergabe ist vorbereitet.
Jetzt heißt es wieder einmal die Rolle zu wechseln und sogar eine neue zu lernen.
„Herrchen“ werde ich lernen zu werden für „Skip“, neue Erfahrungen auf dem Gebiet sammeln ist angesagt.

- Und wie immer, so werde ich weniger Zeit haben um zu schreiben, denn ich will Taten auf meine Worte folgen lassen.
Aber wie immer, so werde ich auch davon wieder berichten und was sonst so mit Svenserum und mir geschieht.


- Morgen werde ich es also der „Linde vonSvenserum“ gleichtun und „Bäumchen wechsle Dich“ spielen.

***

2. Oktober 2012

Langmut

Geduld ist gefragt, denn statt wie gedacht morgen, so komme ich erst am Freitag an Land...vielleicht.

- Wie ich schon schrieb: in dieser Branche weiß man erst wenn es passiert dass es so ist. Vorher ist alles Mögliche möglich.
So hat das Schiff an dem Kaiplatz in Kalundborg an dem auch wir Löschen sollen Probleme mit der Qualität der Ladung. Das wurde festgestellt als die Ladung schon an Bord war und das Ende vom Lied: alles wieder an Land pumpen, dann eine neue Ladung mischen, dann laden.

- Also liegen wir seit gestern vor Anker und warten...und da ich nichts dagegen tun kann, bleibt mir nichts anderes übrig als mich in Geduld zu üben oder noch lieber in „Langmut“.
In diesem altertümlichen und wie ich finde schönen Wort schwingt für mich mit „die Flinte nicht ins Korn zu werfen“ wenn es nicht so geht wie gedacht, sondern den Mut und die Zuversicht einfach aufrecht zu halten.

- Das Leben an Bord geht nun einmal in Wellen.
Aber nicht nur an Bord, sondern...


wie man sieht auch auf einer Lichtung im Wald...


***

1. Oktober 2012

Der Herr der Dinge

Besitze ich Dinge oder besitzen die Dinge mich?

- In ein paar Tagen bin ich also wieder an Land und einige Projekte warten darauf in Angriff genommen zu werden.

- Und wie immer, so werden wohl nicht alle fertig, und wie immer werde ich sie dennoch weiter verfolgen.
Nein, Stress habe ich keinen, denn bis auf Weniges sind es ja Ideen die verwirklicht werden könn(t)en, aber nicht müssen.

- Diesmal ist die Liste recht lang habe ich den Eindruck.
Da ist ja als erstes „Skip“, der Welpe den ich kennenlerne wohl recht viel Zeit widmen werde.
Dann steht ein elektrisches Fahrrad in der Werkstatt das fahrbereit gemacht werden will.
Der Sonnenfänger für das Haus in der Stadt wird zusammengeschreinert und der schon begonnene am Gartenhaus zu Ende geführt.
Holz will ich hacken, eine Tanne zumindest fällen, Kartoffeln ausgraben, den Garten winterfest machen, ein letztes Mal Gras mähen.
Der Brunnen soll eine Pumpe bekommen, meinen „Sonnenwarmwasserbereiter“ werde ich nächste Woche abholen.
Mit der restlichen Nanofarbe die Küchenaußenwand malen ist angesagt, die Öfen fegen ist allerdings ein Muss, jetzt, wo die Heizsaison wieder losgeht.
Die Batterie will ins Dachgeschoss „gewuchtet“ werden. Mal gespannt wie ich denn diese 67 kg dorthin bekomme ohne mir einen Hexenschuss einzuhandeln!
Und da ich wissen will wie die Winde blasen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit innen und außen ist, so werde ich eine Wetterstation montieren.

- Ich habe gelernt dass es gut ist wenn ich Pläne und etwas zu tun habe an Land und nicht nur in den Tag hinein lebe.
Aber deshalb werde ich mir meine Zeit noch lange nicht diktieren lassen, denn noch bin ich der „Herr der Dinge“.


- Wäre ja wohl auch noch schöner... 

***